Vom schmalen Grat zwischen Social Media Marketing und Spam

by Eric Kubitz on Juni 20, 2009

in Webzeugs

social-media-marketingVon Unternehmen die mich einfach mal so anquatschen (egal ob Mail, Brief oder Telefon) bin ich sehr schnell genervt. Ich will lieber meine Ruhe als supertolle Angebote. Nun bekam ich ungefragte Briefpost von einem Online-Druckdienst – und war positiv verblüfft. Denn ich konnte dabei einiges über “Social Media Marketing” lernen…

Vor einigen Wochen hatte ich ja mal wieder öffentlichen Streit hier mit einem professionellen Service-Verweigerer. Dieser Beitrag erreichte bei Google kurzfristig für den Suchbegriff “Online Druckereien” ganz ordentliche Positionen. Das ist nicht ungewöhnlich – mir aber grundsätzlich egal.

Bei der Online Druckere prin24 hat man aber offenbar ein feines Gespür für die Entwicklungen im Google-Index und ist auf diesen Beitrag aufmerksam geworden.

Aber auch das wäre mir eigentlich egal. Denn die übliche Strategie wäre dann von Seiten Print24 gewesen, mich anzumailen und evtl. um einen Backlink nachzufragen. Denn ein wichtiger Faktor in der Google-Optimierung ist es, nach Links von Seiten zu fragen die für meinen Wunsch-Keyword gelistet sind. Ich hätte dann vermutlich eine Mail bekommen (wenn der Spamfilter gepennt hätte) und diese einfach gelöscht.

Aber bei Print24 sitzt jemand, der ist cleverer als andere. Der (oder die?) hat sich meinen qualvoll langen Beitrag durchgelesen und darin gelernt, dass mich dieses Fiasko 35,01 Euro gekostet hat. Und dann hat mir derjenige einen richtigen Brief geschrieben. Inhalt: ein paar persönliche Worte und einen Gutschein über exakt 35,01 Euro. Und das ohne eine Bitte um einen Link oder um eine Erwähnung in meinem Blog hier. Einfach so.

Und genau DAS hat mich begeistert. Hier sind die Gründe, warum ich eine solche Ansprache nicht als Spam sondern als gelungenes Social Media Marketing wahrnehme:

  • Die Suchergebnisse bei Google werden offenbar zeitnah und genau analysiert.
  • Die Aufsteiger darin werden aufmerksam gelesen und eine individuelle Anspache dafür entwickelt.
  • Statt auf dem üblichen Digital-Weg wird der Kontakt in der realen Welt gemacht.
  • Die Ansprache ist persönlich, freundlich aber nicht kumpelhaft.
  • Und es werden keine Bedingungen gestellt und Bitten formuliert.

Das alles wirkt professionell, freundlich und souverän – und so darf man auch fremde Multiplikatoren-Menschen ansprechen ohne gleich in Spamverdacht zu fallen. Das denke ich jedenfalls. Deshalb volle Punktzahl an Print24. Und das Ergebnis? Mir wurden schon ziemlich erfolglos mehrere Hundert Euro für einen Link aus diesem Blog angeboten. Print24 bekommt den Verweis beinahe kostenlos…

Den Gutschein, vielen Dank dafür aber sorry, werde ich trotzdem nicht einlösen. Da käme ich mir irgendwie bestochen vor. Deshalb werde ich ihn zwischen allen, die den Beitrag hier kommentieren, verlosen.

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{ 2 comments }

Stephan Sperling Juni 21, 2009 um 3:16 pm

Sehr schönes Beispiel – vielen Dank für den Bericht. Er zeigt vor allem auch: Social Media Marketing macht sich nicht von selbst und lässt sich nur bedingt automatisieren. Erforderlich ist vielmehr die “menschliche Komponente” – und das bedeutet Zeit zu investieren und den gesunden Menschenverstand auch einzusetzen. Hut ab!

Yuri Juli 2, 2009 um 11:22 pm

Na das nenne ich doch mal richtig gelungen. Die Aufmerkamkeit ist dem Shop sicher, und der Konkurrent ist gleich mit einem 2. Beitrag geschädigt.
Besten Dank für die beiden Beiträge. Nun weiß ich, wen man meiden muss und bei welcher Druckerei Service wohl noch groß geschrieben wird.

Besten Dank

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