Wer gibt mir Twitter-Nachhilfe?

by Eric Kubitz on Februar 20, 2009

in Webzeugs

twitterIch gebe zu: Ich habs noch nicht kapiert. Mir wird einfach nicht in den Kopf, warum Twitter so heiß gehandelt wird. Zumindest in unseren Kreisen geht Twitter grad ab, ich sehe vielerorts große Begeisterung für die Zwitschereien – aber ich kann sie nicht teilen. Wer hilft mir?

  • Warum habe ich 50 Follower – die ich fast alle nicht kenne?
  • Wem soll ich folgen. Die Botschaften der Viel-Zwitscherer werden von denen oft auf viele digitalen Wände geschrieben. Die wirklich spannenden Leute schreiben keine Tweets. Und wer twittert und trotzdem viel zu sagen hätte, plappert doch meist recht belanglos vor sich hin. Ein Nico Lumma weiß ganz genau, was er da macht – aber seine Tweets haben den Niveau von Vorabendserien.
  • Und wie soll ich das dann lesen? Wenn ich 50 Leuten folge (darunter ein/zwei Magazine wie turi oder Spiegel), kann deren Output beachtlich sein. Muss ich denn echt jede Stunde draufschauen? Gibt es Tools zum Kanalisieren? Oder denkt ihr, dass das eh egal ist, wenn man die Hälfte nicht mitbekommt?

Ich brauche da irgendwie schnell mal Nachhilfe. Die Betonung liegt auf “schnell” – im Sinne von wenig zeitaufwändig. So schwer kann das doch nicht sein. Und wenn doch, dann ist das ähnlich attraktiv und vorübergehende wie  IRC oder Newsgroups.

Verwandte Artikel

{ 12 comments }

Florian Februar 20, 2009 um 10:46 am

Unser Twitterguru Peter2 schwört ja auf das Tool “Twitterfox”. Dann poppt – je nach Einstellung – alle paar Minuten rechts unten im Firefox auf, was es so an Updates von Deinen me-follows gibt.

eric108 Februar 20, 2009 um 10:52 am

Vielen Dank, o.k. und installiert.
Ich habe ja sonst keine Ablenkungen bei der Arbeit. Ich freue mich also über etwas Ablenkung ;-)

Sergej Müller Februar 20, 2009 um 10:54 am

Da bin ich jetzt aber auch auf die Antworten gespannt, hab es bis jetzt auch nicht kapiert…

eric108 Februar 20, 2009 um 11:04 am

@sergej: Das ist doch prima. Wenn uns nachher die Tipps zu wenig sind, gründen wir eine eine Selbsthilfegruppe “Webworker mit Twitterschwäche” oder so…

Bertram Simon Februar 20, 2009 um 11:06 am

Sieh Twitter als eine Mischung zwischen einem öffentlichen Tagebuch und Microblogging. Mach einfach und stell nicht so sehr den Sinn in Vordergrund. Was dich überfordert, kannst du einfach abbestellen. Ich folge ein paar Twitter aus meiner Umgebung, einigen Mitbewerbern und einigen interessanten Menschen.

Paul Februar 20, 2009 um 11:27 am
Bernhard Jodeleit Februar 20, 2009 um 5:03 pm

Respekt, Eric: Richtiges Posting zur richtigen Zeit, denn wenn der große emotionale Crash bezüglich Twitter kommt, dann kannst Du ganz gelassen sagen: Seht Ihr, ich hab's doch gesagt, Twitter ist Zeitverschwendung. Und dass Twitter im Moment auf dem Gipfel des Hype steht, das ist völlig klar – daraus mache ich persönlich weder Kunden noch twitter-kritischen Kollegen gegenüber ein Geheimnis. Macht aber nichts – Hype, Depression, Tal der Tränen, Konsolidierung und schließlich alltäglicher Gebrauch ist bei innovativem Zeugs eben etwas ganz Normales. Wie haben die Leute doch über UMTS und mobiles Internet gesprochen. Und wie völlig verschrien ist im Moment – Stichwort Second Life – das 3D-Web, auch wenn viele Bildungseinrichtungen gerade ausgiebig damit experimentieren und sinnvolle Einsatzfelder ohne jeden Zweifel auf der Hand liegen.

Gerade im alltäglichen Gebrauch ist Twitter ungemein nützlich. Es kostet Zeit, aber ich erhalte mehr zurück als ich investiere. Ich bin auf dem Laufenden, kann schnell Menschen für Projekte und Ideen begeistern, kann eben mal eine Idee verifizieren, eine Frage stellen. Twitter hat für mich sehr viel mit unternehmensübergreifender Zusammenarbeit, Innovation und – ja – Schwarmintelligenz :) zu tun. Auch wenn es auf den ersten Blick überhaupt nicht so aussieht.

Um auf Deine Frage zurückzukommen: Ich spiele nicht mit Twitter-Filtern herum, kenne und brauche keine großartigen Tricks und Tools zum Ungang mit Twitter. Es ist einfach RSS – und RSS heißt: lesen können, nicht lesen müssen.

eric108 Februar 20, 2009 um 5:33 pm

mmmh, interessante Sichtweise, Bernhard. Aber da traust du mir mehr Strategie zu als vorhanden ist. Außerdem habe ich ja schon ein paar mal gesagt, dass ich Twitter für überbewertet halte – und wurde bisher immer Lügen gestraft. Ist viel größer geworden, als ich dem jemals zugetraut habe.

So, wie du den Nutzen von Twitter erklärst, ist mir mein Feedreader aber irgendwie lieber. Wenn sich jemand die Zeit für ein Posting auf seinem Blog macht, hat das für mich irgendwie mehr Relevanz. Habe auch noch nie eine Frage an meine Twitter-Gemeinde gestellt – befürchte aber eh, dass die meisten gar nicht “echt” sind…

Und irgendwie werde ich auch den Verdacht nicht los, dass der Begriff “Schwarmintelligenz” bei Twitter irgendwie fehl am Platz ist. Was wäre denn eine kleinere, recht spezialisierte Gruppe als ein “Schwarm”? Das wäre doch dann der Begriff vor “Intelligenz”. Das meine ich nicht abwertend sondern “spezialisierend”…

Aber ich maule schon wieder zu viel. Ich will es ja ehrlich entdecken, das Geheimnis von Twitter. Ich folge dir jetzt und werde dich genau beobachten…. ;-)

Bernhard Jodeleit Februar 20, 2009 um 6:09 pm

Das hab' ich jetzt davon :)

Seit 2006 hatte ich meinen Feedreader auch zu einem mächtigen, tollen Werkzeug ausgebaut :) Gerade in Kombination mit RSS-Suchfeeds u.a. für Twitter oder Friendfeed eignet sich ein Feedreader ja auch als Alternative zu teuren Monitoring-Services für Social Media. Dieses Vorgehen – Twitter-Suchen abonnieren statt Twitter-Nutzern zu folgen – eignet sich auch hervorragend, um Wissen einzusammeln, ohne sich allzu tief mit der TwitterSphere einzulassen. Problem: Ein richtiges Gefühl für die Glaubwürdigkeit und die Kompetenzbereiche einzelner Menschen auf Twitter kann sich so nicht entwickeln, das geht nur, wenn ich auch dem Grundrauschen lausche.

Und ja, gerade das kostet Zeit: Heute komme ich immer seltener dazu, Feedreader intensiv zu nutzen. Mich interessieren einfach so viele Themenbereiche, dass ich bei ca. 200 abonnierten Feeds zu keinem Zeitpunkt unter 1.000 ungelesene Items komme, ich versuche das nicht einmal, das wäre ja auch sehr unproduktiv. Oft bleiben die Themenordner im Google Reader tagelang zu, ich lese dann nur wenige Favoriten und Suchfeeds. Twitter legt bei mir dagegen seltener Pause ein; es bietet mir den Vorteil, dass ich dennoch jederzeit auf dem Laufenden bin. Meine Kontakte dort tragen mir – im Idealfall – zu jedem Zeitpunkt das Wichtigste in meinen Interessenbereichen zu. Und wenn nicht (mehr, was bislang nicht der Fall ist), dann suche ich mir wohl neue – der Vorteil von Netzwerken mit geringer Bindung, den Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin, in dem hier eingebetteten Video aus 2007 so wunderbar beschreibt: http://bit.ly/8WZEE

eric108 Februar 20, 2009 um 6:16 pm

Puh, wenn ich 1000 ungelesene Items hätte, könnte ich nicht schlafen. Ich bin da rigoroser und schmeiße alle Langweiler und Vielschreiber schnell aus dem Reader und überfliege den Rest dann lieber regelmäßig.

Das ist bei mir sogar etwas zwanghaft, Mailpostfach ist auch immer leer – und vermutlich ist das auch mein Twitter-Problem. Muss das immer lesen. MUSS MUSS MUSS ;-)

eric108 Februar 20, 2009 um 7:37 pm
Rudolf Februar 26, 2009 um 10:20 am

Seniore Kubitz,
eine der Fragen war die Übersicht über Tweeds zu behalten, hier ist der Aggregator “Tweetdeck” nützlich http://www.tweetdeck.com/beta/ . Gier können Gruppen angelegt werden und somit kann man die Kurznachrichten recht gut scannen.
Das Geheimnis eines Tweetfollowers liegt meines Erachtens im Bedürfnis informiert zu sein, bescheid zu wissen oder dabei zu sein. Bei Thementweets wie deinen ist die Information, bei privaten Tweets das dabei sein wichtiger. Viva!

Comments on this entry are closed.

{ 1 trackback }

blog comments powered by Disqus

Previous post:

Next post: