Spreadsheed (Excel) von Google - Aktualisierung
Uuuuuuhhhhhh - da freut sich die Wirtschaftspresse. Google stellt eine Tabellenkalkulation im Netz vor und das kann man sofort als “Frontalangriff auf Microsoft” nennen. Noch schöner: Endlich bekommen Buzzwords wie “Web 2.0″ und “Ajax” selbst für professionelle Zahlendreher einen Sinn.
Und, ja, da ist ja auch was dran. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass das Interesse an Office-Funktionen im Netz groß ist. Denn ich bekomme auf meinen ziemlich alten Post, mit ich Writeley-Einladungen verteile (das ist die Textverarbeitung, die Google neulich gekauft hat) täglich viele Anfragen. Und ich freue mich, dieses Tool so breit “streuen” zu können.
Andererseits muss ich sagen, dass mir dieses Thema etwas aufgeheizt vorkommt. Es gibt ein paar Indizien, die einfach nicht zu dem “großen Ding” passen, das daraus gemacht wird.
- Writeley ist nun viele Wochen schon in Googles Händen - doch der “Beta-Meter” steht immer noch auf 62 %. Mit anderen Worten: Fertig ist das Ding noch lange nicht.
- Wieso kauft Google eine Online-Textverarbeitung bastelt sich eine Tabellenkalkulation selber? Die gibt es da draußen immerhin auch schon. Was auch immer das bedeuten mag: Nach echter Strategie sieht das für mich nicht aus.
- Und nun die Kernfrage: Wie will Google das denn alles zusammen bringen? Was ist das alles ohne wert, wenn die Files auf verschiedenen Servern liegen und “Google Base” nicht voran kommt?
Ich denke: Selbst wenn es nun Text und Tabelle im Netz von Google gibt, dann sind diese beiden noch lange nicht kompatibel und schon gar nicht komfortabel für den Anwender. Als Unternehmens-Applikation für Arbeitsplätze von Mitarbeitern, die nur Text oder Tabellen benötigen, ist das sicher ein guter Kosten-Senker. Aber auf breiter Basis hat das schon vor 10 (?) Jahren nicht geklappt, als das Buzzword “ASP” hieß und Firmen wie Sun und Citrix als Bedrohung für Microsoft gehandelt wurden.
Für dich und mich macht das ohnehin alles erst Sinn, wenn das sauber in einem Google Base integriert ist. Oder wenn etwa OpenOffice als Google-Server läuft. Das wäre ja auch eine nette Idee.
Trotzdem, ja, ich bin von solchen Entwicklungen begeistert. Ehrlich. Und ich denke auch, dass sich Gates & Co mal um ASP-Löungen kümmern oder sich warm anziehen sollten. Ich habe aber schon mehr als einmal erlebt, dass ein technologisches Thema den Abflug macht und durch den heftigen Rückenwind der Wirtschaftspresse mehr Höhe gewinnt, als ihm eigentlich gut tut. Deshalb: Probiert die Tools doch erstmal aus. Und schaut dann erst, ob ihr eure Microsoft-Aktien verkaufen wollt.
AKTUALISIERUNG: Habe soeben einen Spreadsheet-Zugang bekommen. Sieht sehr nett aus. Allerdings habe ich gleich ein/zwei Funktionen vermisst, die mir fehlen werden. Aber trotzdem ist das wirklich wieder gute Google-Arbeit. Sind halt doch Mathematiker, die Leute…

2 Responses to “Spreadsheed (Excel) von Google - Aktualisierung”
By Nicolas Kübler on Jun 9, 2006
Also wenn man mal die Screenshots von Office 2007 (Office 12) ansieht, dann wirft das Google wieder um einiges nach hinten.
Ich glaube langsam, dass Google eher mit all den sog. Angriffen auf Microsoft nur seinen Marktwerk auf der Börse steigern will. Solche Schlagzeilen lesen sich eben gut und das befriedigt die Anleger!
By Burkhard on Jun 9, 2006
Hi, nach writely würde ich auch gerne Googles Speadsheed testen. Kann mir einer eine Einladung zusenden?
eMail: buja(at)gmx.net
Danke!