Sachsuchen mit deutschen Google-Kleinanzeigen

Kleinanzeigenmärkte (auf Papier und online) sollten sich spätestens ab heute über ihr zukünftiges Geschäftsmodell Gedanken machen. Denn Google hat gestern wieder ein Tool gelauncht, mit dem potentiell ihr kompletter Businesscase obsolet wird: Google Base.

Google BaseSchaut drauf, stellt eine Test-Kleinanzeige ein - aber lasst euch nicht (ent-)täuschen. Ich habe festgestellt, dass das heute Vormittag noch ganz schön “beta” ist. Aber es wird schnell klar, worum es geht: Jeder (mit einem Google-Account) kann mit wenigen Handgriffen eine Kleinanzeige auf Google Base veröffentlichen. Derzeit ist die Eigabe noch auf englisch - aber auch dieser “Filter” wird sicherlich bald verschwinden.

Veröffentlicht wird die Kleinanzeige dann in der Google-Base-Suche, und sie sind mit den von den Usern angegebenen Kategorien (Tags) auch geordnet zu durchblättern. Klar, alles wieder recht einfach und intuitiv. Sehr schön finde ich die Aufforderung auf der Startseite: “Zeigen Sie Ihre Sachen auf Google.” Wo kann ich heutzutage sonst noch meine SACHEN zeigen?
Jedenfalls hat Google aber auch ein Herz für Händler mit vielen “Sachen” und erlaubt einen sogenannten “Bulk-Upload” per Datenfile. Damit jetzt schon ein paar Angebote drin sind, wurden die Produkt-Portfolios von ein paar Händlern vorab hochgeladen.

Der Zustand ist noch richtig “beta”. Nach meiner Anmeldung konnte ich zwar schnell eine “Sache” veröffentlichen - habe sie aber nicht mehr gefunden. Dafür wurden unter meinem Namen andere Artikel angezeigt. Aber, nun ja, das wird schon noch - Google ist ja ein guter Sachensucher.
Jetzt noch eine kleine Fantasie: Ich möchte gerne meine Produkte in Google Base mit Google Maps verbinden und dann dieses Infos per Google APIs in einer Webseite zu einem lokalen Kleinanzeigenmarkt z.B. fürs bayerische Oberland verwenden. Wer verdient daran? Die Händler (natürlich), Google irgenwann über AdSense und ein Dienstleister bzw. der Websitebetreiber, der beide zusammen bringt. Passt doch, oder?

  1. 3 Responses to “Sachsuchen mit deutschen Google-Kleinanzeigen”

  2. By Nicolas Kübler on Mai 23, 2006

    hehe langsam frage ich mich, ob du nicht auch daran verdienst (siehe Verhältnis Beiträge über Google/restliche Beiträge) :D
    Das soll in keiner Weise eine Kritik sein, schließlich sehen viele Experten, wie Google schon heute die Trends von morgen kennt und geschickt sich überall als Nummer 1 plaziert. Vor 5 Jahren habe ich mit fireball, altavista sehr selten gesucht, heute vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal bei google bin (und dort auch meine rss feeds checke).

    Die Ideen von Google sind nie neu, aber Google hat eben die Usermasse, um sie groß rauszubringen und der Benutzer fragt sich am Ende selten, wer Erfinder war, sondern wer es einfach am besten vertreibt, egal ob es wo anders qualitativ hochwertigere Angebote geben könnte, was bei einigen Google Angeboten sicher der Fall ist.

    Mich wundert eigentlich, dass noch kein Artikel hier über das derzeit populärste Google Product Analytics (http://www.google.com/analytics/) erschienen ist. Da dieses Angebot zuvor für USD 200 monatlich angeboten wurde und jetzt frei ist. Allerdings muss ich mal wieder auf den Datenschutz pochen und jeder weiß, dass gerade die Marketingbranche der Inhalt des Google Data Warehouse interessieren dürfte.

  3. By eric42 on Mai 23, 2006

    Nun, leider verdiene ich daran nichts. Aber das kann sich ja noch ändern ;-)
    Du hast übrigens Recht: Analytics hatte ich gar nicht angesprochen - weil das kurz nach deren “Freischaltung” wieder für den normalen User gesperrt wurde.

    Aber ich nehme das mal als Anregung auf und schaue, ob das jetzt wirklich frei verfügbar ist. Ich nutze es jedenfalls für meine Webseiten recht gerne. Aber für eine wirklich tiefgreifende Analyse (vor allem auf E-Commerce) fehlt mir leider die “Masse”.

  4. By Nicolas Kübler on Mai 23, 2006

    Kleiner Nachtrag:
    Als ich gerade andere News durchging fand ich folgendes: http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,417588,00.html

    Dabei war gerade die Werbung im TV neben schlechter inhaltlicher Qualität ein guter Grund fast gar nicht mehr TV zu schauen. Vielleicht sollte ich den bald ganz außer Betrieb nehmen, schließlich kann man die Tagesschau auch zu jeder Zeit im Internet ansehen (http://www.tagesschau.de/).
    Früher hatte ich auch noch gerne die letzten 15 min, bevor ich schlafen ging, auf den Musikkanälen die neusten Songs angesehen, aber das ist auch nicht mehr was es heute ist, vor allem eben wegen Werbung und momentanen Shows, die gar nichts mit Musik zu tun haben. Bei meinem letzten USA Besuch letzten Sommer stellte ich fest, dass die Amerikaner scheinbar alle 5-10 Min Werbung haben auf solchen Sendern. NBC war da glücklicherweise eine Ausnahme, würde auch gerne hier die Conan O’Brien oder Jay Leno ansehen :)

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