Mal drauf geschaut: StumpleUpon

 Von Eric Kubitz, gespeichert in Web 2.0 

Da ich das für eine Recherche eh machen musste, poste ich hier meine Mini-Hauruck-Analyse von StumpleUpon. Ich freue mich natürlich über Zusatzinformationen und Korrekturen.

stumpleuponSelbsteinschätzung der Macher:
“Channel surf the internet with the StumbleUpon toolbar to find great websites, videos, photos and more based on your interests. StumbleUpon learns what you like and makes better recommendations. Connect with friends and share your discoveries, meet people that have similar interests, and check out what other people are discovering.”
Die Seite wird also über zwei Gedanken getragen:

  1. StumpleUpon will eine “Surfhilfe” sein, die dem User über die Toolbar Websites, Fotos und Filme im Internet zeigt, die ihm gefallen könnten. Dazu muss er sich Channels auswählen und erhält durch seine Beurteilungen immer bessere Vorschläge.
  1. Leute mit gleichen Interessen “connecten”. Aber das eher nich, um wirkliche soziale Kontakte zustande zu bringen – sondern um die besseren Seiten vorschlagen zu können.

Das Unternehmen
…wurde im Mai von eBay gekauft, man sagt für 75 Millionen Dollar. (Wikipedia)

Die Mittel:
Wichtigstes Tool ist sicher die Toolbar. Hier kann der User vom Browser weg alles machen, was es auf StumpleUpon zu tun gibt:

  • Stumple: Durch Klicken wird eine Seite angezeigt, die zu den User-Voreinstellungen passt. Diese sind vor allem davon abhängig, was der User mit den ThumpsUp/ThumpsDown-Buttons daneben auswählt.
  • Seiten können verschickt werden.
  • Die Auswahl einer Seite kann auch innheralb eines Channels erfolgen oder z.B. “Video”.
  • Weitere Buttons sind: “Stumple Thru a Website” (Auswahl aus einer Nachrichtenseite), Auswahl über die Kriterien eines Freundes u.s.w..
  • Außerdem gibt es noch den Link auf die eigenen “Lieblinge”. Diese werden in Microblogform dargestellt.

Auf der Webseite selber kann man mehr oder weniger die gleichen Funktionen nutzen – aber auch noch Channels anschauen und auswählen und durch die User-Schar surfen und schauen, wer ähnliche Interessen hat.

Irgendwelche Verbindungen zu bekannten Communities habe ich nicht gefunde, nicht mal für Facebook. Aber Plugins für WordPress gibt es. Wer weitere Schnittstellen findet: Bitte melden.

Die Technik dahinter
Bei StumpleUpon geht es darum, die User auf Webseiten zu führen, die ihnen gefallen bzw. die für sie relevant sind. Hierzu gibt es – wenn ich das richtig verstanden habe – drei Quellen:

  • Was der User selber sagt, was ihm gefällt (Seite A ist toll, Seite B ist doof).
  • Channels, die der User auswählt (“Humor”, “Clothing”, “Buddhism” u.s.w.).
  • Welche Seiten User bewertet haben, die ähnlich gestrickt sind wie unser User.

Offenbar verzichtet Stumpleupon hierbei völlig auf den Blick auf die Webseite selber. Ich konnte auch im technischen Chart nicht erkennen, dass diese z.B. über die Keywords analysiert wird. Dies ist ja neben der Verlinkung (Offsite) bei Google ein sehr starker Auswahfaktor (Onsite).
architecture

Welcher Algorithmus die Ergebnisse dann letztendlich aussucht, ist sicher das Coca-Cola-Geheimnis. Ich konnte das nicht testen, da dazu natürlich eine länge Beschäftigung damit notwendig wäre – man braucht ja viele Bewertungen und ein paar Freunde…

Es scheint aber zufriedenstellend zu sein – sonst wäre Stumpleupon nicht erfolgreich. Es ist immer wieder die Rede von “maschinellem Lernen”, dass also die Technologie immer mehr lernt, welche Seiten zu einer Person passen. Oft sind solche Clusterbildungen und dynamische Abhängigkeiten allerdings auch etwas Voodoo zum Beeindrucken der Investoren.

Der Traffic
Entwickelt sich lt. Alexa prima. geringer als Digg.com aber dafür konstanter nach oben. Dann liegt da noch del.icio.us in der Nähe – und die anderen sind abgeschlagen.

stumpleupon

Die Erfolgsfaktoren (Achtung: Meinung)
Stumpleupon braucht User, die gerade etwas Zeit haben und “etwas Neues” im Internet entdecken möchten. Diese müssen schon etwas an Arbeit in ihr Profil gesteckt haben und brauchen technisch nicht besonders versiert zu sein. Das dürfte eine große Zielgruppe beschreiben: Menschen im Internet ohne technische Ambitionen aber viel Zeit.

Tatsächlich macht es Stumpleupon den Usern sehr einfach. Die Toolbar ist selbsterklärend und alle Tools einfach zu verstehen. Die Ergebnisse sind offenbar auch o.k.wobei der Spamfilter nicht besonders scharf eingestellt zu sein scheint. Das stört offenbar nicht sehr.

Neben einer großen Zielgruppe und technischer Einfachkeit dürfte der dritte Erfolgsfaktor noch die Größe sein. Das Ding funktioniert nur, wenn wirklich aktuelle und spannende Seiten von den Usern eingebracht werden und dies in möglichst kleinenteiligen Interessensgebieten.

Meine Schlussfolgerungen behalte ich für mich und den Kunden ;-)

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