Es geht weiter: Google Calendar
Nein, kubitz.net soll kein Google-Watch-Blog werden. Aber der Calendar von Google ist sicher ein etwas größerer Schritt in Richtung “Living with Google”. Und außerdem bekomme ich zu den Google-Themen einfach die meisten Zuschriften und Anfragen. Es scheint euch also zu interessieren.
Jedenfalls: Der Google Calendar ist nun live, man kann sich anmelden und er ist schnell und einfach zu verwenden. Voraussetzung ist ein Gmail-Konto. Wer immer noch keines hat, schreibt mir einen Hinweis in die Kommentarfunktion und ich schicke eine Einladung. Ein paar habe ich noch übrig.
Was ist nun so großartig am Google-Kalender? Eigentlich gar nichts - aber er ist auch nicht schlecht. Hier meine ersten Eindrücke in der Übersicht:
- sehr einfache und intuitive Benutzung. Es gibt wieder so ein paar kleine neue Ideen, wie die Handhabung erleicht wird, die mir sehr gut gefallen (z.B. kleine Eingabe-Sprechblasen, wenn man auf eine Uhrzeit klickt).
- sehr reduzierte Standard-Funktionen (Termine anlegen, Erinnerungen per Mail, verschiedene Übersichten)
- minimale Import-Möglichkeiten von anderen Kalendern (iCal und CSV - und damit Outlook) aber keine Export-Möglichkeit
- sehr einfache “Sharing”-Funktion. Es können einzelne Termine aber auch ganze Kalender mit anderen gemeinsam verwendet werden. Das ist übrigens für Teams und Projekte eine gute Idee.
- oben links ist eine Navigation zu Gmail, Google und “more” angedeutet. Das ist ausbaufähig auf Writley, Reader u.s.w..
Fazit: Der Kalender ist sehr elegant, funktionional und bietet noch viel Entwicklungs-Potential. Wegen der eingeschränkten Import- und Export-Möglichkeiten ist er eigentlich nur als Stand-Alone-Kalender für Leute zu verwenden, die nur dann drauf gucken müssen, wenn Sie gerade online sind.
Die Richtung von Google ist aber klar: Das ist definitiv die zentrale Verwaltung all dessen, was ich vor sechs Jahren mal als “Personal Bubble” bezeichnet habe. Das sind die persönlichen Daten um uns herum, die wir verteilt in Handys (Telefonnummern), Outlook (Kalender, E-Mails), Browser (Links), Newsreader , Festplatte (Word-Dokumente), Webhoster u.s.w. verteilt haben. Diese Daten benötigen wir immer wieder, tragen sie mit uns herum und haben keinen zentralen Ort dafür. Da will uns Google helfen und sie für uns an einem Ort sammeln, speichern und einfach zugänglich machen.
Das ist ja grundsätzlich eine gute Idee. Aber man sollte genau beobachten, wie Google mit persönlichen Daten umgeht. Aber ich warne auch vor übertriebenen Sicherheitsbedenken. Für mich zählt bei den meisten meiner persönlichen DAten tatsächlich die Bequemlichkeit. Und wenn es Google z.B. geschafft hat, dass ich meine Termine online so eingeben kann, dass diese automatisch mit dem Kalender in meinem Handy synchronisiert werden, hat Outook auf meinem Rechner ausgespielt. Dann nehme ich auch das Risiko auf mich , dass die Google-Mitarbeiter wissen, wann mein Hochzeitstag ist und mit wem ich gestern ein Meetin hatte. Aber, na ja…
So, und nach dem kleinen Ausflug in den persönlichen Datenschutz empfehle ich jedem, mal einen Blick in den Kalender zu werfen. Denn - egal, wie man sich dazu stellt - Google gibt uns einmal mehr ein Mosaiksteinchen.

5 Responses to “Es geht weiter: Google Calendar”
By Nicolas Kübler on Apr 14, 2006
Sehr schön Google sammelt wirklich alle Gebiete so langsam auf, dass man eigentlich alles online speichern kann. Die Idee ist super, auch ich befürworte eine zentrale Speicherung, aber dann gerne auf meinem Webserver.
Bin mal gespannt, wann Google mit einer Tasklist/Masterplan Funktion kommt und dann noch Adressbuch, wenn man das dann noch so ausbaut, dass collaborativ einsetzbar ist, dann könnte Google vielleicht irgendwann kleine bis mittlere Firmennetze oder Teile dessen ablösen. Schließlich betreibt man heute gerne Outsourcing, auch wenn man das Wissen im eigenen Haus hat und sogar für andere anbietet…
Aber wie Google schon immer in seiner Philosophie sagte, verfolgt es die Sammlung aller Informationen an einem Ort, dazu gehören auch Informationen, die nur eine Person betreffen.
Mein Fazit ist, dass Google sehr engagiert ist andere Produkte und Netzwerke abzulösen, aber wenn es um persönliche Informationen geht, habe ich die lieber in einer geschützten Umgebung, auch wenn ich mir sicher bin, dass Google zu viele User hat um das überblicken zu können.
By Bjoern on Apr 19, 2006
Hallo, bin auch neuer Kalendernutzer, einen gMail-Account benötigt man dafür jedoch nicht unbedingt. Allerdings habe ich noch keinen und würde mich freuen, wenn Du mir eine Einladung an die genannte Adresse zukommen lassen wuerdest… sorry for spamgourmet, ich hoffe das klappt
Bezüglich der Sicherheitsbedenken ist mir aufgefallen, dass der Kalender nicht zwangsläufig via https läuft… das finde ich wirklich schade… ein einfaches redirect von google von http -> https wäre doch wirklich nicht zu viel… so denke ich, dass sehr viele persönliche Daten unverschlüsselt übers Netz fliegen werden …
By Christian on Apr 24, 2006
Damit man mitreden kann hilft nur ausprobieren.
Gibts noch gmail-Einladungen?
Frage an Bjoern: Gibt es leicht zu verwaltenden preiswerten Webspace mit https Zugang irgendwo anders? Ich hab bisher nur FTP Zugang per Passwort gefunden, aber das ist ja etwas anderes.
Gruss vom Oberrrhein!
By Nicolas Kübler on Apr 24, 2006
Du kannst bei http://www.webhostlist.de nach einem solchen Host suchen, allerdings zahlst du bei SSL (=> https Zugang) meistens mehr. Das Minimum wird wohl bei 10-15 Euro liegen, hoffentlich irre ich mich hier und du oder wer anders findest einen Preisgünstigeren
By Charlie on Mai 19, 2006
hi Eric, hab verstärktes Interesse daran, noch weiter in die Google-Welt “einzutauchen”. Es wäre toll, wenn Du noch eine Einladung für Gmail übrighast.
Ne schöne Jross usem Rheinland