Okt
18
Die Dorfältesten im Web 2.1
Von Eric Kubitz, gespeichert in Web 2.0
Larry Sanger und Jimmy Wales haben im Jahr 2000 die Online-Enzyklopädie Nupedia gegründet, aus der dann die Wikipedia entstand. Die zwei haben sich schließlich zerstritten – weil sie sich über den Kurs der Online-Enzyklopädie nicht einigen konnten. Wales machte aus Wikipedia das, was es heute ist – und Sanger wurde der größte Kritiker. Er sei gefrustet von der “Amateurausrichtung” des Projektes. Hauptproblem bei Wikipedia, so Sanger, die Anonymität. Diese ziehe Leute an, die das Projekt unterlaufen wollen und münde in einem “Troll-Problem”. Viele Akademiker blieben daher lieber draußen, und darunter leide die Qualität.
Zum Glück sind Internet-Vordenker nicht nur Motzer sondern auch Macher. Deshalb will Sanger noch in dieser Woche das Projekt Citizendium starten, ein “citizens’ compendium of everything”.
Zunächst wird nur ein kleiner, ausgewählter Kreis von Autoren daran teilnehmen und den Bestand der Wikipedia prüfen und übernehmen – natürlich unter Beibehaltung der GNU-Lizenz. Später dann soll sich jeder als Autor anmelden können – allerdings nicht anonym sondern mit Namen und E-Mail-Adresse. Außerdem wird es die neue Gruppe von “Redakteuren” geben, die sich sogar mit einen Lebenslauf vorstellen müssen. Sie sind laut Sanger die “Dorfältesten” und können z.B. einen Streit schnell durch klare Worte schlichten.
Vielleicht, wenn es genug Spender gibt, sollen die Redakteure sogar bezahlt werden. Das käme im Vergleich zur Wikipedia natürlich einer Revolution nahe. Aber eines wird bleiben, das verspricht Sanger: Es wird auch auf Citizendium keine Werbung geben.
Mehr Infos dazu: Wikipedia, Heise, Citizendium.
(Foto: Photocase)
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