Popkomm: auferstehen aus Ruinen…

Der Mann auf dem Bild ist Feargel Sharkey. Klingelt es? Genau, der Ex-Sänger ist vor allem bekannt für sein näselndes “A Good Heart” unter eigenem Namen und dem “Teenage Kick” der Undertones. Schöne Musik, lange her.
Vor zwei Tagen hat der nicht mehr so ganz junge Popstar mit einer recht emotionalen Keynote die diesjährige Popkomm eröffnet. Und er konnte damit die anwesenden Musiker und Musikmanager begeistern. Seine These als Vorsitzender des britischen “Live Music Forums”: Derzeit ist die Creative Industrie der am stärksten wachsende Wirtschaftsfaktor - und deshalb muss diese Chance jetzt genutzt werden. Seine Organisation stellt jungen Band Proberäume und technisches Equipment zur Verfügung und freut sich auf eine wachsende Zahl brititscher Kreativer: „Sich vorzustellen, wie eine Million Briten versuchen, auf einer Gitarre ‚Teenage Kicks’ nachzuspielen, ist für mich unglaublich“, freute sich Sharkey.
Dieser Mann bin ich - und ich war auch auf der Popkomm. Ich habe dort nichts besonders wegweisendes gesagt (zumindest war niemand da, der eine Pressemitteilung daraus machen wollte) - aber ich habe viel gehört, viele Gespräche geführt und mir angeschaut, was die Musikindustrie mittlerweile zum Thema “Online” zu sagen hat.
Und ich war überrascht - denn nach der schieren Verleugnung einer kreativen Welt jenseits der CD-Herstellung in den vergangenen Jahren herrscht nun so etwas wie eine vorsichtige Aufbruchsstimmung. Du findest da einen neuen Download-Shop, hier gibt einen neuen Online-Vertrieb, dort hat ein Internet-Ticket-System gerade seinen Durchbruch und so weiter. Spannend.
Es hat richtig Spaß gemacht, auf der Messe immer mehr Leute zu treffen, die keine Angst mehr von dem Internet haben und vor allem den direkten Zugang zum “Konsumenten” über Web-2.0-Ideen als echte Zukunft sehen. Darüber wird mehr zu berichten sein…
