Feb
13
Zukunft = schlechte Zeiten für Microsoft Office
Von Eric Kubitz, gespeichert in Tools
Vor einigen Tagen habe ich jemanden sagen hören, dass Microsofts Vista das letzte Betriebssystem ist, das Microsoft hergestellt hat. Denn schon jetzt sei dem Software-Giganten die Komplexität dieser Software über den Kopf gewachsen. Selbst nach 5 Jahren Arbeit kam es noch zu Verzögerungen – und wir werden erst noch sehen, welche Fehler und Sicherheitslöcher noch zu stopfen sind. Leider weiß ich nicht mehr, wer das gesagt hat. Ich fand das Zitat jedenfalls sehr schön.
Andererseits: Hat Microsofts Office eine Chance? Ich weiß nicht. Jedenfalls nicht in der Form. Immerhin gibt es reichlich Störfeuer von OpenOffice und von Google. Und jetzt droht auch noch Unterstützung aus der Firefox-Ecke zu kommen.
Natürlich will die Firefox-Entwicklercommunity kein Office-Paket programmieren. Aber laut Golem stellte der Entwickler Robert O’Callahan ein Konzept für den Firefox 3 vor, das Entwicklern von Web-Office-Anwendungen das Leben deutlich leichter machen würde. Dabei handelt es sich um einen persistenten Speicher im Browser, der die Arbeit an Online-Dokumenten auch dann ermöglicht, wenn der Rechner gerade NICHT online ist.

Das ist nämlich bislang das Problem von Googles Docs & Spreadsheet: Ich arbeite wirklich gerne damit – aber wenn ich gerade im Zug unterwegs bin, sind alle Dokumente in unereichbarer Ferne. Natürlich kann ich alle Dokument auch auf der Festplatte speichern – aber dann habe ich sie ja nicht mehr online. Das ist vertrackt. Ein Speicher aber, im Browser, der z.B. auch von Googlemail verwendet werden könnte, hält alle notwendigen Daten und auch die zur Bearbeitung notwendigen Funktionen auf der Festplatte, bis ich meine Arbeit beendet habe. Egal, ob eine Online-Verbindung besteht oder nicht. Und wenn ich speichere, wird alles synchronisiert. Ist das gerade nicht möglich, verfallen die Daten nicht beim Ausschalten des Browser und des Rechners, sondern sie bleiben auf der Festplatte – bis ich wieder online bin und dort speichern kann.
So stelle ich mir das jedenfalls vor. Und genau das wären auch alle meine Wünsche an eine solche Technologie.
Das würde neben dem bequemen und kostenlosen Arbeiten an Office-Dokumenten einen weiteren Vorteil haben: Wie bei Googlemail oder jeder anderen Webapplikation können dann Erweiterungen und Veränderungen der Programme sukzessiv in die Software (auf dem Server) einfließen und müssen nicht durch teure Update-Orgien auf 80 % aller Computer übertragen werden. Außerdem gehe ich davon aus, dass es dann eher viele unterschiedliche Funktionsumfänge (und auch verschiedene Preismodelle) z.B. für das Produkt “Tabellenverwaltung” gibt – und nicht jeder Anfänger mit einem Mehr-als-Alleskönner-Programm wie Excel seine ersten Tabellenschritte machen muss.
Mal schauen, eigentlich wäre das ja sogar ein gutes Betätigungsfeld für Microsoft. Aber, mal ehrlich: Vielleicht ist das den Redmondern nicht komplex genug.

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Nicolas Kübler
