Von Krabbelgedanken, Weisheitsbergen und Jeff Jarvis

April 1, 2010

Meine “Social Media Holidays” sind zu Ende. Einen Monat lang habe ich nicht getwittert, gefacebooked, gexingt und auch nicht “privat” gebloggt. Weil ich beruflich “was mit Internet” mache, musste ich einige Kanäle offen lassen – aber nur das Notwendigste. Und das Ergebnis der vier Wochen? Puh, mh. Weder, noch.

krabbelgedanken, weisheitsberge und Jeff Jarvis

Doch ausgerechnet Jeff Jarvis war so freundlich, kurz vor Ende des Monats seine “Bill of Rights in Cyberspace” zu veröffentlichen. In denen ruft er das Recht auf Vernetzung aus. Das wurde hierzulande zwar eher uninteressiert zur Kenntnis genommen – aber ich schlachte diese neun Banalitäten mal dafür aus, was ich nach diesem Monat zu sagen habe. Ich bediene mich hierbei der Übersetzung der Zeit Online:

  1. Wir haben das Recht auf Vernetzung. Niemand muss sich vernetzen.
  2. Wir haben das Recht zu Reden. Niemand zwingt mich, denen zuzuhören, die viel reden.
  3. Wir haben das Recht auf unsere eigene Sprache. Wer seine eigene Sprache spricht, muss davon ausgehen, dass ihn die anderen  ihn nicht verstehen.
  4. Wir haben das Recht, uns zu versammeln. Wir haben das Recht, Versammlungen fern zu bleiben – und seien sie noch so “wichtig”.
  5. Wir haben das Recht zu handeln. Wir haben das Recht, erst nachzudenken und dann zu handeln.
  6. Wir haben das Recht auf Kontrolle über unsere Daten. Wir werden niemals wissen, was mit unseren Daten morgen passiert.
  7. Wir haben das Recht auf unserer eigene Identität. Wir haben das Recht, zum Schutze unserer privaten Daten eine falsche Identität aufzubauen.
  8. Was öffentlich ist, ist ein öffentliches Gut. Was du veröffentlichst, wird öffentlich sein – es gibt kein Weg zurück.
  9. Das Internet sollte offen sein. Das Internet ist grundsätzlich offen. Wenn ich etwas schützen will, muss ich das aktiv tun.

So. Das können wir jetzt auch gerne diskutieren.

Jetzt noch etwas zu den Begriffen “Krabellgedanken” und “Weisheitsbergen” in der Überschrift: Wenn ich im Laufe eines Tages immer wieder kurze, etwa 140-Zeichen lange Gedanken lese und schreibe, stört das den Ablauf von längeren Denkprozessen. Deshalb werde ich mir in Zukunft zwischen diesen “Krabelgedanken” mehr Zeit einplanen. Das heißt KEIN offener Seesmic Desctop, KEIN “Plong” mehr, wenn eine Mail ins Postfach fällt und KEIN Getippe, während ich mit anderen Leuten telefoniere.

Die wirklich großen Dinge im Leben spielen sich ja nicht in 140 Zeichen ab sondern haben etwas mit Lebenssinn, Quantenphysik und Gesundheit zu tun – das sind die Weisheitsberge die wir bestenfalls irgendwann besteigen. Da können all die vielen, kleinen vernetzten Informationen hilfreich sein. Aber es sind und bleiben Krabbelgedanken – nur mit ihnen baut man keinen Weisheitsberg…

Ich werde deshalb hier auf kubitz.net kürzer treten. Meine Hilfestellungen zur Google-Optimierung findet ihr im SEO Book. Meine Beobachtungen und Bemerkungen zum Internet in Zukunft auf unserem Social Media Newsroom. Und wenn jemand etwas über mein Hobby erfahren möchte, der liest die Segelnews.

Ich denke, das ist genug Öffentlichkeit. Oder?

Eric Kubitz ist auch auf Google+ und Twitter Twitter.

  • Pingback: A Bill of Rights in Cyberspace « BuzzMachine

  • http://www.facebook.com/people/Elisabeth-Bajuvaren/100000698521894 Elisabeth Bajuvaren

    interessanter Artikel!

  • Rainer

    Woher stammt das Bild? Es ist einfach nur genial…

  • http://www.kubitz.net eric108

    Teuer gekauft bei iStockphoto. Cool, gell?

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