Verleger vs. Google: Ein Vorschlag…

by Eric Kubitz on Juli 2, 2009

in Sinnvolles Handeln

Kommentieren will ich die Forderung von Hubert Burda nach einer Abgabe von Google für Verlage nicht. Bekanntlich arbeite ich ja auch für Web-Seiten aus der Burda-Welt – da verbietet es sich, die Meinung hierzu in einem Blog zu veröffentlichen. Aber einen Vorschlag hätte ich: Es gibt hierzulande die großartige Einrichtung der VG Wort, die sich um die Rechte von Urhebern (also Autoren und Verlage) kümmert, damit diese bei Zweitverwertungen via Kopierer, CD und seit kurzem auch per USB-Stick profitieren.

vg-wort

(Das Bild zeigt die momentanen Einnahmenquellen der VG-Wort und ist auf der VG-Wort-Seite natürlich in lesbarer Größe zu sehen)

Zum Beispiel wird schon jetzt die Tatsache berücksichtigt, dass Print-Artikel ja per PDF im Internet veröffentlicht werden können. Es geht auch viel um die Verwendung für wissenschaftliche Zwecke, Radioprogramme in Kneipen u.s.w.. Für Journalisten führt die jährliche Meldung der Veröffentlichungen nach einem gewissen bürokratischen Aufwand zu einem schönen, verdienten Weihnachtsgeld.

Mein Vorschlag wäre, dass die Beteiligten die Diskussion über eine Suchmaschinenabgabe wg. Zweitverwertung unter dem Dach der in solchen Dingen erfahrenen VG Wort führen. Das bringt der VG Wort auch ein bisschen frischen Wind und objektiviert die Diskussion sicherlich sehr.

Aktualisierung: Lest bitte den Kommentar von Frank, so neu ist das nämlich gar nicht.

Und ich bin stolz, dass ich in den Zeilen hier tatsächlich KEINE Meinung zum Ausdruck gebracht habe. ;-)

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{ 5 comments }

Frank Juli 2, 2009 um 8:58 am

Die Idee der Gründung einer Verwertungsgesellschaft für Online-Texte habe ich ja schon länger vorgeschlagen. Auf dem 3. Internationalen Mediendialog in Hamburg wurde sodann auch eine entsprechende Resolution von sechs Printhäusern vorgestellt. Sie ist von der Axel Springer AG, Bauer Media Group, Ganske Verlagsgruppe, Gruner + Jahr, dem Spiegel-Verlag sowie Zeit-Verlag unterzeichnet worden. Mehr dazu unter http://blog.firstmedia.de/?p=2298

eric108 Juli 2, 2009 um 9:03 am

Oha! Habe das gleich als Hinweis in den Beitrag reingehauen. Danke!

Frank Juli 2, 2009 um 9:13 am

Vielen Dank, Eric. In meinen Blogger-Anfangstagen habe ich mich immer gefragt: “Wer soll die neuen, jungen Wallraffs bezahlen?” Im Kern geht es mir – wie Hubert wahrscheinlich auch – um den Qualitätsjournalismus (in seinem Falle eher wohl Markwortscher Prägung) und dessen Finanzierung in Zukunft. Hier scheiden sich momentan die Geister – v.a. an Google. Die deutschen Verleger sind momentan nur Contentlieferanten ohne die Googles Quartalsergebnisse von mehr als 1 Mrd. $ Gewinn nicht möglich wären. Von dem Geld kommt am wenigsten bei den Verlagen an (siehe TAC) und noch weniger bei den Journalisten. Eine kollektive Verwertung ist also eine zentrale Herausforderung, denn wenn Online weiter so erfolgreich ist, werden die Auflagenverluste immer grösser werden und Google am Ende der lachende Dritte sein. Mein Schreckens-Szenario dazu gibt es übrigens hier zu lesen: http://blog.firstmedia.de/?p=634

eric108 Juli 2, 2009 um 9:27 am

Ja, nun, also… Kennst du auch die Zahlen, wie viel Traffic die Verlagsseiten über Google erhalten? Oder die Zahlen, die Verleger für die Optimierung von Inhalten zahlen damit sie bei Google gelistet werden? Also ich denke auf der Basis “Google muss dafür zahlen, auf Seiten zu verlinken” wird da nix draus weil die Zahlungsströme faktisch anders sind. Und jeder kann ja bekanntlich darauf verzichten, bei Google gefunden zu werden.

Ich denke, das könnte anders funktionieren: Denn Google ist ja eigentlich der Freund der Verleger und anders herum. Google will seinen Usern ja lieber fundierte Information statt schlechter eBay-Seiten anzeigen. Aber es gibt einfach auf vielen Seiten zu hohe Hürden, damit der Robot verstehen kann, was da drauf ist.

Deshalb: Wenn ich das richtig einschätzen kann, wäre eine Inititative von Seiten der Verleger zielführender mit Google kooperativ über eine Ausweisung von “Premiumseiten” (wie auch immer das aussehen könnte) zu reden. Das wäre für beide Seiten ein Win-Situation. Und ich schätze, bei einer Konfrontation um einen Geldfluss von Google zu den Verlegern kommt einfach nichts raus…

Tom G. Juli 2, 2009 um 7:24 pm

VG-Wort ist eine recht antiquierte Einrichtung. Frische Ideen v.a. aus der Windrichtung Online würden dem Verein gut tun.
Aber so ein Verwertungsmonster wie die GEMA (Engstirnigkeit bei Tarifverhandlungen mit Musiknutzern und Bürokratie im Kontext von internen Abläufen) will ich auch nicht schaffen…
Verwertung her – Urheberrecht hin; wichtiger ist doch die Frage: Ist das Urheberrecht wirklich ein Naturgesetz?

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