Manchmal lebt man in Bayern ja hinter dem Mond. Vor allem, wenn exorbitante Mietpreise guten Entwicklungen im Wege stehen. Denn weil das so ist, werden wir in München erst im Dezember den ersten “Oxfam Shop” in München haben – dabei gibt es schon 22 solcher Shops in Deutschland.
Ähhhh, was sind Oxfam Shops? Achtet mal in Berlin, Darmstadt, Bremen, Düsseldorf, Hannover und vielen anderen deutschen Städten auf dieses Logo – und schaut mal rein. Da verkaufen Leute ehrenamtlich die Seconthand-Spenden anderer Leute. Und alles was nach Abzug von Steuern, Miete und Nebenkosten übrig bleibt, geht an Hilfsprojekte und Kampagnen für eine bessere Welt.
Hört siich nach einer ziemlich uncoolen Variante der guten, alten Eine-Welt-Läden an. Aber genau das ist Oxfam nicht: In England gehört es schon zum guten Ton, in einem der 850 (!) Oxfam-Shops einzukaufen. Denn der Anspruch an die Waren ist hoch (ausgetretene Schuhe stehen nicht im Regal) und das Konzept jung und frisch.
In Deutschland hatten die 22 Shops im vergangenen Jahr vier Millionen Euro Umsatz, und konnten noch 1,3 Millionen Euro Geldspenden hinzu zählen. Der Gewinn geht an Flüchtlingslager in Afrika, in die Konfliktbewältigung von Jugendlichen in Serbien und ging an die Tsunami-Opfer. Und es wird in Kampagnen gesteckt, mit der zu einem besseren Umgang mit Waren und Menschen aufgefordert wird. Für eine dieser Kampagnen lies sich Michael Stipe von R.E.M. mit kalter Milch übeschütten und meinte danach: “Es hinterlässt einen sauren Nachgeschmack, wenn man bedenkt, dass die Regeln des Welthandels es den reichsten Ländern ermöglichen, einige der ärmsten Bauern so richtig trocken zu melken.“
Heike Makatsch reiste Ende März 2006 mit Oxfam Deutschland nach Ghana, wo sie sich vor Ort von den negativen Auswirkungen unfairer Handelspolitik und schlechter nationaler Agrarpolitik überzeugen konnte. Dort sprach sie unter anderen mit Kakao-, Tomaten-, Reis- und Baumwollbauern sowie Vertretern des Ghanischen Kleinbauernverbandes. Außerdem besuchte Sie eine Mädchenschule in Nyariga.

Also, alles andere als uncool. Und nun wurde auch ein Oxfam-Shop auf eBay eröffnet. Wer also online bestellt, kann auch dort auf das Oxfam-Logo achten. Weitere Infos, auch wie man als Mitarbeiter für Oxfam arbeiten kann, gibt es auf der Webseite. Dort kann natürlich auch direkt gespendet werden.
Der Münchner Laden (Fürstenfelderstr. 7) wird übrigens ein Buchshop sein. Denn für einen Gesamt-Sortiment ist die Miete in so zentraler Lage einfach zu hoch…
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