Ooooops: Deckel klemmt
Hat da jemand Angst vor Kernkraftwerken? Nein, schließlich kam jetzt ja die Idee auf, das 30 Jahre alte Biblis A doch einfach noch etwas länger zu betreiben. Damit es sich länger rentiert. Warum auch nicht? Schließlich sind deutsche Atomkraftwerke sicher. Ja, sicher…

Da fällt mir ein: Da gab es vor zwei Tagen doch einen Störfall im (mit 22 Jahren recht jungen) Block B des Kernkraftwerk Gundremmingen (siehe Photocase-Bild oben).
Was ist passiert? Nur eine Kleinigkeit: Der Deckel eines Castors hat sich verklemmt - und jetzt stehen die Experten um das Ding herum und wissen nicht, wie es wieder lockern können. Nicht gleich aufregen, ist uns doch jedem schon mit passiert - mit einem Marmeladenglas. Oder?
“Radioaktivität wurde nicht freigesetzt. Der sichere Betrieb des Kraftwerks war und ist gewährleistet”, schreiben die Betreiber. Eine verflixte Geschichte: Da hat ein Kranfahrer fahrlässigerweise sein Funkgerät nicht ausgeschaltet und den Befehl “Heb’ an” gehört und diesen ausgeführt. Der Befehl ging aber an einen Kollegen - er selber hätte einfach gar nichts machen sollen. Na ja, und da hat sich der Deckel halt verkantet. Das Ganze ist übrigens am vergangenen Samstag passiert, eine öffentliche Mitteilung erging am Mittwoch.
Mmmmh: “Castor” ist doch dieses unkaputtbare, fuerfeste Teil, das man aus nein Metern Höhe auf den Boden schmeißen kann, das in 200 Meter Wassertiefe eine Stunde aushalten muss und sogar einen Flugzeugabsturz überleben soll. Eine sichere Sache? Natürlich. Außer ein Mensch ist in der Nähe…

2 Responses to “Ooooops: Deckel klemmt”
By Nicolas Kübler on Sep 29, 2006
Hm Biblis ist recht nah, weiß nicht, ob es gute Idee war, das zu lesen. Aber mein Vorteil ist, wenn was Großes passieren sollte, dann muss ich mir keine Gedanken machen, weil mich erwischt es totsicher!
Scherz beiseite, ich kann verstehen, dass niemand Atomkraftwerke als sicher bezeichnen würde, aber welche Alternative bzw. viel mehr Lösung würde denn der Autor gerne sehen?
By eric42 on Sep 29, 2006
Welche Alternative es zur Atomkraft gibt? Nun, die Frage war vor 30 Jahren schwer zu beantworten. Denn da gab es weder diese Vielzahl an regerativen Energiequellen die es heute gibt, noch gab es ein derart hohes Energiesparpotential wie heute.
Was schade ist: Hätte man in diesen drei Jahrzehnten so viel Geld in die Forschung umweltfreundlicher Energiequellen gesteckt, wie in den Investitions-Schutz der Energieerzeuger (die halt nun mal diese teuren AKWs gebaut haben und damit diesen Müll produzieren für den es IMMER NOCH KEINE LÖSUNG GIBT!) dann sähe die Situation noch mal viel günstiger aus…
Hat man aber nicht. Deshalb halte ich einen Ausstieg, wie er von der letzten Bundesregierung beschlossen wurde, für sinnvoll. Unverantwortlich ist aber, die alten AKW einfach weiter zu betreiben. Das ist wie bei 180 km/h angesichts eines Staus noch mal kräftig Gas zu geben…