Leseempfehlung: Geo 08/08 - Das Geheimnis der guten Wahl

Das MUSS ich empfehlen: Der Titelartikel des aktuellen Geo Magazins (08/08) ist ein Muss für alle Menschen, die Entscheidungen zu treffen haben. Äh, also alle. Hier kommen wir den Tricks und den Mechanismen unseres Hirns, des Unterbewusstseins und unserer ganzen Art zu denken auf die Schliche.

Ich habe mich ja schon immer gefragt, wie wir Menschen es schaffen, tagtäglich z.B. weitgehende unfallfrei durch den Verkehr zu kommen - ohne jeden Spur- oder Richtungswechsel reiflich zu überdenken. Die Antwort hierfür liegt lt. Geo in unserem Unterbewusstsein, das und einen überwiegenden Großteil der Entscheidungen, die zu treffen sind, einfach abnimmt und “gefühlt” löst. Bei Geo heißt das so: “Unser Unbewusstes übersetzt Information in Emotion. Aus diesem Wissen formt es in Sekundenbruchteilen einfache, schnell, intuitive Entscheidungsempfehlungen.” Eine schnelle Bauchentscheidung ist also beileibe nicht grundlos sondern das Ergebnis von vielen früheren Erfahrungen, die in Gefühle umgewandelt wurden und deshalb schnell abrufbar sind.

Deshalb können Schachgroßmeister in wenigen Sekunden ein Schachspiel umreißen, deshalb sind die ersten Sekunden des Treffens mit einem unbekannten Menschen so wichtig und deshalb sind bei erfahrenen Golfern diejenigen Abschläge die besten, bei denen sie keine Zeit zum Überlegen haben. Doch Obacht: Das gilt in der Regel nur, wenn auch schon Erfahrungen vorhanden sind. Unerfahrene Golfern verbessern ihre Schläge mit der darauf verwendeten Analyse.

Überhaupt bringt der Artikel einige meiner Denk-Schemata durcheinander, oder besser: Ich bekomme Argmente für Sichtweisen, die mir gut gefallen. So wird hergerechnet, dass ein Computer mehrere Wochen dafür bräuchte, um den optimalen Weg eines Handlungsreisenden zwischen 30 Städten zu errechnen. Wir Menschen sind da cooler: Wir fahren halt Pi mal Daumen los und machen dabei zwar Umwege - aber sind unterwegs. Sehr schön, gell?

Und dann noch eins: Zwar genügen etwa 150 Produkte für den täglichen Bedarf - aber in einem amerikanischen Supermarkt müssen wir uns zwischen 40 000 Angeboten entscheiden. Wie macht man das? Es gibt wohl zwei Typen der Entscheider: Die Genügsamen, die sich mit einer halbwegs ordentlichen Wahl zufrieden geben, und die Maximierer die genau recherchieren. Die Frage ist nun: Welcher der beiden Typen ist nachher mit seiner Entscheidung glücklicher?

Wir ahnen es: die Genügsamen. Denn zwar trafen in einer Studie die Maximierer eine objektiv bessere Entscheidung - aber zu einer genaueren Wahl gehören auch mehr Alternativen und eine höhrere Erwartung an das Ergebnis. Und damit kommen die Zweifel und so auch die Unzufriedenheit.

So, jetzt mache ich aber Schluss mit meinem Referat über diesen Artikel und empfehle euch die Entscheidung zu treffen, diese 6 Euro in das Geo zu investieren. Glaubt mir: Das wäre eine gute Wahl. ;-)

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