Ihr kennt das: Da wird in einer Reportage ausführlich veranschaulicht, dass es der Welt schlecht geht, da werden Klimatabellen gezeigt und kluge Forscher befragt. Und am Ende sagt ein kritischer, amerikanischer Wissenschaftler so etwas wie “Sollten die Regierungen Maßnahmen ergreifen, um die Erderwärmung zu verhindern, würden sie die Weltwirtschaft ohne Anlass gefährden.” Bumm! “Ja”, denken wir, “es gibt zwei Seiten. Die einen glauben an die Erderwärmung, die anderen nicht.” Aus Fakten wurde eine Glaubensfrage.
Eine Studie über die Berichterstattung der seriösen US-Presse zum Klimawandel, so ist es heute in der SZ zu lesen, stellte 2003 fest, dass man den wenigen Skeptikern, denselben Raum einräumte wie tausenden unabhängigen Forschern die die Erderwärmung attestierten. Im Namen der Ausgewogenheit.
Das ist das Ergebnis von sauberer Pressearbeit – unter anderem des Hardliner-Konzerns Exxon Mobil. Das Unternehmen ist die gewinnträchtigste Firma der Welt, setzt jeden Tag eine Milliarde Dollar um und verdient natürlich kräftig an fossilen Brennstoffen. Natürlich tut Exxon Mobil auch Gutes: So wurde der Universität Stanford im Jahre 2003 etwa 100 Millionen Dollar für die Klimaforschung gestifet.
Aber es wurden auch etwa 2,9 Millionen Dollar in Gruppen investiert, die in irgend einer Form Zweifel in Sachen Klimawandel säen. Dazu gehört zum Beispiel das Competietive Enterprise Insititut, das die Erderwärmung als Erfindung bezeichnet – und das in Al Gores Film “Eine unbequeme Wahrheit“.
2,9 Millionen Dollar ist wohl so etwas wie die Portokasse von Exxon Mobil, einem Unternehmen, dass die Bemühungen von Shell und BP, sich für Umweltaspekte zu engagieren, überhaupt nicht nachvollziehen kann. Lee Raymond, der bis letztes Jahr das Unternehmen führte, wurde von der New York Times als “Feind des Planeten” bezeichnet.
2,9 Millionen Dollar, die sich für Exxon Mobil gelohnt haben, denn mit ihnen wurde erfolgreich die PR dieser Gruppen gefördert. Wir kennen das: Ausgewogenheit muss im Journalismus sein. Und wenn ich einen Artikel zu einem Thema schreibe, brauche ich immer auch eine Gegenstimme. Tja, und dank Exxon Mobil gibt es diese auch jederzeit…
Nun, damit haben wir geklärt, dass wir die Diskussionen über das “ob” der Erderwärmung einfach nicht mehr führen müssen. Wir können nun auf die wirklich exzellente Pressearbeit von Exxon Mobil verweisen – und erwähnen, dass PR gut sein kann, aber an der Realit nichts ändert. Wohin die 2,9 Millionen Euro geflossen sind (und weitere Gelder fließen) ist übrigens auf der Seite www.exxonsecrets.org sehr anschaulich zu sehen.

P.s.: Als alter Flash-Zweifler muss ich zur Seite www.exxonsecrets.org natnürlich etwas sagen. Die ist genial und ich sehe hier endlich mal, wie genial man Flash wirklich einsetzen kann. Respekt!
Verwandte Artikel

Comments on this entry are closed.