Dropping Knowledge IV: Ein Desaster?

by Eric Kubitz on September 14, 2006

in Sinnvolles Handeln

Ich muss einfach noch einmal auf diese Veranstaltung zurück kommen. Zum einen, weil nahezu völlige Funkstille herrscht und es nur ein einziger Blogeintrag nach draußen geschafft hat. Und der ist nicht mal richtig inhaltsreich. Ich habe mich heute mal mit dem Projekt noch ein wenig beschäftigt und bin verzweifelt:

  1. Auf der Webseite können immer noch Fragen eingegeben werden.
  2. Dafür ist es ein Alptraum an die Antworten zu kommen.
  3. Es gibt keine News, keine Infos, keine Pressemitteilung – nichts. Nur einige Fotos von Besuchern auf Flickr und YouTube.
  4. Der Flash-Gigant auf der Startseite tut immer noch nicht. (Jedenfalls an meinen Computern nicht…)
  5. Und es gibt offensichtlich auch keine Presse, die darüber berichtet.

Da werden 112 intelligente Menschen in Berlin um den größten Tisch der Welt gesetzt und stundenlang mit wichtigen Fragen (darüber gibt es keinen Zweifel) bombardiert – und dann das.

Nun, wer aber Zeit und Nerven wie Drahtseile hat, sollte sich trotzdem mal durch die Antworten klicken. Ich habe ja beschrieben, wie man da hin kommt.

wim wenders

Ein echter Spaß ist die Reaktion der armen Promis auf die Frage 99 “Wenn Sie der Welt ein Stück Ihres Wissens geben könnten, was wäre es?”. Meine Empfehlung ist Swami Pragyapad auf dieser Seite und Wim Wenders hier. Beide bekommen von mir in der Einzelwerte die Höchstnote. Swami Pragyapad weil er es arg auf den Punkt bringt mit “be happy”. So ist er selbst nach vielen Wiederholungen nach 1,5 Minuten mit seiner Antwort auf diese Frage durch und kann sich entspannt den wirklich wichtigen Dingen zuwenden. Und bei Wender ist fast körperlich zu spüren, wie er am Ende ist und eigentlich nur noch Unsinn von sich geben kann. Bleibt aber dran, dann seht ihr auch, wie üppig sich die Berliner als Publikum beteiligten.

Ich weiß nicht, Freunde. Irgendwie macht das auf mich alles keinen Sinn. Schade.

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{ 6 comments }

Nicolas Kübler September 15, 2006 um 8:55 pm

naja das hat wohl der Medienmanager versagt und kam nicht auf die gewünschte Publicity. Deswegen wird wohl auch nicht mehr so viel Energie in die Aufbereitung des Events gesteckt. Sehr schade, bin mir sicher, dass man über Internet noch zusätzliches Interesse hätte erregen können. Vielleicht Zeit für neue Rubrik über schlechtes PM :D

Tim September 16, 2006 um 12:39 am

Eamonn Fitzgerald trifft es mit seinem Kommentar sehr gut: Dropping Knowledge, dropping millions

eric42 September 16, 2006 um 11:28 am

Auch sehr schönes Zitat in diesem Beitrag: “Jakob Nielson says ‘An empty bag cannot stand upright’ and Rainy Day is adamant that the preposterous Dropping Knowledge is nothing but windbaggery and that it will not stand.”

Peter September 16, 2006 um 11:24 pm

Kann sein dass da Fehler gemacht wurden, na und? Bei uns ist das immer ein Grund zum Jammern, und miesmachen scheint ein Steckenpferd der Deutschen. Flash läuft auf unseren Rechnern wunderbar (mit DSL). Vielleicht macht das Projekt für Herrn Jakob Nielsen keinen Sinn, ich frage mich was dieser Dampfplauderer für Ziele verfolgt. Mir kommt es im wesentlichen auf die Intentionen an, die Motivation und Ausrichtung, inhaltlich sehe ich positive Signale. Gebt eure Kommentare in eine konstruktive Richtung, Kritik ist da auch nicht ausgeschlossen!

eric42 September 17, 2006 um 9:43 am

Klar: Fehler machen ist gut – und kein Grund zum Jammern. Es gibt aber einen Fehler, den ich nur sehr ungern übersehe: Wenn jemand im Internet unterwegs ist und aufhört zu kommunizieren. Na gut, es gibt Fälle, da finde ich das sogar richtig klasse. ;-)
Aber wenn Dropping Knowlede eine Botschaft hat, wenn 112 Menschen mehr oder wenige kluge Dinge gesagt haben, und da ein wirklich großer öffentlicher Event stattgefunden hat, dann will die Welt wissen, was da war. Dann höre ich nicht auf zu kommunizieren. Das finde finde ich das nicht akzeptabel.
Kaputte Flashs und miese Navigationen sind kein Problem sondern eine Hürde. Keine Kommunikation stellt so ein Prodjekt in Frage.

Eike Herzbach September 25, 2006 um 8:21 pm

Die Website ist tatsächlich unbenutzbar. Meiner Meinung nach sollte die Website eines solchen Projektes viel mehr Wert auf Usability und Accessibility legen, als “schick” zu sein. Das hat für mich was mit Glaubwürdigkeit zu tun, wenn man es überspitzt formulieren will kann man sagen dass diese Webseite ungeübte Benutzer und vor allem Menschen mit physischen Einschränkungen diskriminiert. Es wimmelt nur so vor Flash und fehlerhaftem JS, statisches, grafikenlastiges Layout.. einfach nur grauenhaft!
Dass benutzbare Seiten trotzdem schick sein können beweist z.B. http://www.biene-award.de/award/preistraeger/

Ich hoffe wirklich dass die interessanten Inhalte und Ansätze des DR Projekts nicht durch diese misslungene Website zunichte gemacht werden!

Cheers,
Eike

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