Es gibt ja allüberall eine Menge zu Reis, Aldi und Genmanipulation zu lesen. Viel Text – mit jeweils ähnlichem Inhalt. Deshalb dachte ich mir, ein paar Wissensbrocken hier übersichtlich abzuwerfen:

Worum geht es?
- Greepeace hat bei ALDI Reis gefunden, der gentechnisch behandelt wurde. Der verunreinigte Reis heißt “LL 601″, wurde in den 90er Jahren entwickelt und ist nirgends auf der Welt für den kommerziellen Anbau zugelassen.
- Gefunden wurde er in der Marke “Bon-Ri”.
- Die Veränderung von LL 601 besteht darin, dass er ein Eiweiß bildet, das die Pflanze unempflndlich gegen das Breitbandherbizid Liberty der Firma Bayer CropScience macht.
- Andere Genveränderungen bei Reis lassen zum Beispiel Beta-Carotin entstehen, einem Vorläufer des Vitamin A – um den Vitaminmangel in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Meist geht es aber darum, mit Hilfe der Gentechnik die Pflanzen so zu verändern, dass sie auch bei Trockenheiten, Überschwemmungen oder eben bei heftigem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln noch überleben.
- Untersuchungen des Agrarwissenschaftlers Dr. Charles Benbrook belegen laut Greenpeace, dass der Anbau von herbizid-resistententen (HR) Pflanzen in den USA und Argentinien dazu führt, dass mehr und giftigere Pestizide verwendet werden.
Wie kam dieser Reis in die ALDI-Regale?
- Das weiß auch der Hersteller nicht so genau. Der Reis wurde aus den USA bezogen und bislang wurden die Lieferungen nur sporadisch untersucht.
- “Erst seit einer Woche gibt es Tests, die diese Art von manipuliertem Reis identifizieren können”, sagte eine Euryza-Sprecherin. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, dass LL 601 auch bei anderen Herstellern und in anderen Ländern auftaucht.
- Offensichtlich stammt der Reis aber aus alten Beständen die noch gar nicht kontrolliert wurden.
Schadet mir der Reis?
- Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht bislang keine Gesundheitsrisiken für Verbraucher, verweist dazu allerdings auf Einschätzungen von US-Behörden. “Wir können keine eigene Risikoabschätzung angeben, weil die Reissorte nicht zugelassen ist”, sagte ein BfR-Sprecher. Die US-Lebensmittelbehörde FDA habe aufgrund von Vergleichen mit anderen Pflanzen abgeschätzt, dass für LL 601 kein Gesundheitsrisiko erkennbar ist.
- Greenpeace ist da anderer Meinung: Erbgut-Veränderungen könnten beispielsweise zur Herstellung giftiger oder allergisch wirkender Substanzen im Körper führen. In Laborversuchen mit gentechnisch manipulierten Futtermitteln seien bei Ratten und Mäusen Veränderungen an inneren Organen festgestellt worden.
- Letztendlich weiß man es nicht – zumal Lanzeitversuche in dieser relativ neuen Materie noch gar nicht möglich waren. Wie genveränderte Nahrung etwa an Babys weiter vererbt wird, kann man wohl erst in ein/zwei Generationen sagen…

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