Für ein Projekt benötige ich wieder ein CMS auf Open Source Basis. Deshalb musste ich mich mal wieder in das Thema etwas hinein konzentrieren. Überraschende erste Erkenntnis: Eigentlich hat sich nicht so viel getan. Während bei WordPress & Co die Entwicklungen schnell voran gehen, scheint es bei Joomla, Typo3 & Co ein wenig ruhiger geworden zu sein.
Damit ihr auch was von meiner Arbeit habt, stelle ich euch hier jetzt die wenigen Open-Source-CMS vor, die für kleine bis mittlere Projekte in Frage kommen. Für mich war immer die Voraussetzung, dass ich das System auf einem normalen Hosting-Account mit PHP- und MySQL-Umgebung und grundlegenden Programmiertechniken betreuen kann.
Aus Zeitmangel kann ich jetzt nicht die ganz tiefen Infos bieten – aber für eine Vorab-Auswahl sollte das reichen.

Also, folgende Systeme sind nach meiner Suchererei übrig geblieben: Redaxo, Der Dirigent, Joomla!, Contenido und Typo3. Hier kurze Infos zu den einzelnen CMS:
Contenido: Dieses CMS ist sehr einfach. In mehrfacherer Hinsicht. Erstens wurde auf eine einfache Bedienbarkeit des Endanwenders (also des Redakteurs) geachtet. Und das führt zweitens zu ziemlich einfachen Webseiten. Als Referenz werden Vereine und kleine Selbständige angegeben. Zur Administration braucht man ein paar HTML-Kenntnisse – und sollte auch wissen, was ein CSS ist. Das reicht dann schon.
Die Four for Business AG entwickelt auch gerne Webseiten für Kunden auf Contenido, und zeigt auf ihrer Seite, was alles so möglich ist. Dazu gehört auch eine ordentliche Google-Optimierung. Zumindest Speaking-URLs sind möglich.
Der Dirigent: Ein lustiger Name, gell? Jedenfalls ist der Dirigent ein etwas komplexeres System, das aber auch eine wirklich einfache Oberfläche für den Endanwender bietet. Ich fand das Layout der Projektseite recht nett – viele Templates habe ich allerdings nicht gefunden. Die Plugins lassen darauf hoffen, dass man kräftig Unterstützung für Navigation, Syndication u.s.w. bekommt. Und die Referenzen (Dr. Oetker Food-Service, Hexal u.s.w.) zeigen, dass damit auch größere Projekte gestemmt werden können. Eine ausgefeilte Cache-Technolgie, die Verwaltung mehrerer Projekte und Ähnliches machen DeDi zu einem professionellen Instrument.
Joomla!: Wer noch Mamboo kennt und mag, wird auch mit Joomla! glücklich. Denn dieses System ist eine Weiterentwicklung. Und vom Prinzip her hat sich gegenüber Mamboo nicht so viel geändert – allerdings wirkt Joomla deutlich erwachsener und benutzerfreundlicher.
Der wirklich große Vorteil von Joomla ist die Community, die ständig weiter entwickelt und erweitert. Es ist unglaublich, welche Module, Erweiterungen und Templates für das CMS zu finden sind. Und alles kostenlos. Allerdings zahlt man dafür auch einen hohen Preis: Denn die Performance von Joomla! ist nicht besonders toll. Die Seiten kommen direkt aus der Datenbank (ohne Cache bzw. statische Seiten) und brauchen deshalb manchmal einfach länger. Vor allem dann, wenn man viele Module und Erweiterungen installiert hat.
Für Projekte mit Webeinsteigern ist das System aber gut zu gebrauchen und auch zukunftssicher.
Redaxo: Wer sich mit PHP und HTML auskennt und schöne Seiten bauen will und keinen DAU-Redakteur neben sich hat, könnte mit Redaxo froh werden. Auf jeden Fall sind die Seiten, die ich hier sehe, von allen am besten SEO-optimiert. So gibt es in den vorliegenden Templates schon gar keine Tabellen mehr sondern nur noch Divs, was Google & Co sehr mag. Die Referenzen von Redaxo sind allesamt relativ klein – aber tragen die Handschrift von Webgrafikern, die ihr Handwerk verstehen.
Typo3: Ich habe mir überlegt, ob Typo3 hier überhaupt rein gehört. Denn – obwohl es gratis ist – dieses System spielt bei den großen CMS-Systemen weit vorne mit. Und es macht auch bei richtig großen Installationen eine gute Figur. Andererseits muss man Typo3 wirklich programmieren können. Während die anderen System auch mit einem gesunden Halbwissen installiert und gepflegt werden können, braucht man für ein Typo3-Projekt immer eine Agentur bzw. einen Programmierer. Aber immer dann, wenn ein Projekt groß genug ist, eigene Techniker zu engagieren, dürfte Typo3 die erste Wahl sein. Klar, dass die von “Karstadt le Buffet” angeführte Referenzliste eine Menge großer Installationen beinhaltet.
So, und jetzt noch die Systeme, die vielleicht auch noch in diese Liste gehören:
- Drupal: Das sieht für mich zu nerdig aus. Ich schätze mal, dass ich dafür keine Zeit habe.
- WordPress: Ihr wisst, ich liebe es. Aber WordPress ist nun mal ein Weblog-System. Und es geht meist schief, wenn man eine Software verbiegt…
- PostNuke: Ich denke, die Zeiten für Nuke und seine Klone sind vorbei.
- Papaya: Sieht richtig nett aus. Aber ich habe nichts gefunden, wofür es sich lohnt, eine Testinstallation zu machen. Wer weiß mehr?
So. Das war es erstmal. Die Entscheidung für ein CMS werde ich in den nächsten zwei Wochen treffen. Natürlich werde ich mir dazu alle Systeme mal installieren. Und ich werde euch auch sagen, welches ich gewählt habe.
Aber ich freue auch über Berichtigungen, Bemerkungen, Beschimpfungen und Belobigungen hier im Blog.
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