Was hält euch beim x-ten Vortrag einer mehrtägigen Konferenz wach? Tolle Informationen? Vielleicht. Ein Witz des Vortragenden? Vermutlich micht. Schöne Bilder? Sehr wahrscheinlich. Oder? Und da viele von uns in der “Informationsvermittlung” arbeiten, weise ich genau diese auf einen Beitrag des Inspired Magazin hin. Hier werden 20 Blogs zum Thema “Infografik und Datenvisualisierung” empfohlen, darunter Visualcomplexity und Information is Beautiful.

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firmenphilosophie Unsere CONTENTmanufaktur gibt es nun seit einem Jahr. Was in einem Kaffeehaus am Stachus begonnen hat mit den Worten: „Hast du Lust, machen wir was zusammen?“, hat sich inzwischen zu einem respektablen kleinen Unternehmen gemausert. Inzwischen haben wir die Mannschaft um einen versierten und erfahrenen Vertriebsmann aufgestockt, Martin Brüninghaus. Weiterlesen…

Das Zeiterfassungstool mite und das Auftrags- und Rechnungstool billomat sind ja mein heißer Tipp für alle Freiberufler und kleine Firmen. Beide Tools sind leicht und online zu bedienen, kosten ein wenig monatliche Gebühren und werden ständig weiter entwickel. Ein Haken war noch die Kopiererei der in mite erfassten Daten zum Billomat rüber. Das ist nun offenbar Vergangenheit.

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Die neue Unternehmergesellschaft (“Mini-GmbH”) wird nicht ganz so einfach und günstig wie erhofft (und etwa in England mit der Limited auch möglich).  Aber gestern wurde endlich das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen (MoMiG) verabschiedet und diese GmbH-Variante auf den Weg gebracht. Mit einer Einführung im Herbst ist nun zu rechnen.

Hier ein paar Einzelheiten:

  • Weniger Stammkapital: Die Unternehmergesellschaft kommt (fast) ohne Stammkapital aus. Ein Euro reicht zur Gründung, bei der Standard-GmbH waren mindestens 12 500 Euro notwendig, weitere 12 500 Euro bis zur Summe von 25 000 Euro mussten später zugeschossen werden. Jetzt kann eine GmbH auch mit einem Euro gegründet werden.
  • Keine eigene Gesellschaftsform: Die Unternehmergesellschaft ist aber keine neue Gesellschaftsform, sondern eine “Einstiegsvariante” der normalen GmbH (dazu weiter unten mehr).
  • Ansparen bis zur “großen GmbH”: So lange die Stammeinlage unter den bisherigen 25 000 Euro bleibt, muss 25 % des Jahresüberschusses in die Stammeinlage fließen – es können also nur 75 % des Gewinnes entnommen werden.
  • Leichtere Übertragbarkeit und Stückelung: Die bisherige Größe einer Stammeinlage musste bisher 100 Euro und durch 50 Euro zu teilen sein. Jetzt ist die Stückelung bis auf einen Euro frei. Dies vereinfacht auch die Übertragbarkeit kleinerer Gesellschaftsanteile.
  • Musterprotokolle für Gründung: Mit standardisierten Abläufen für die Gründung einer Gesellschaft (z.B. einer Bargründung für maximal drei Gesellschafter) wird die Gründungzeit verkürzt – und vor allem die Notarkosten deutlich reduziert. Noch einfacher wird das bei einer Ein-Personen-GmbH. Man spricht von Gründungskosten in Höhe von 150 Euro.
  • Mehr Transparenz der Gesellschafter: Wie bei Aktiengesellschaften werden die Gesellschafter zukünftig in Gesellschafterlisten eingetragen die öffentlich einsehbar sind. Wir sehen also alle mehr…
  • Keine Änderung bei der Bilanzierung? Offenbar ändert sich bei Buchhaltung und Bilanzierung nichts. Das ist sehr schade. Denn ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass der Betrieb einer GmbH und das Erstellen einer eigenen Bilanz ein erheblicher Aufwand ist und somit auch Kosten beim Steuerberater verursacht.
  • Keine Änderung bei der Liquidation? Und wenn es mal nicht gut geht? Eine GmbH wird sehr aufwändig “liquidiert” – auch das weiß ich aus Erfahrung. Schade, dass sich daran nichts ändert für die Unternehmergesellschaft.

Weiterhin gibt es in dem Gesetz einige neue Regelung zum Schutz von Gläubigern und anderen Beteiligten – aber das lest ihr besser selber alles nach (oder fragt einen Anwalt eures Vertrauens).

Wollt ihr dazu meine Meinung hören? Ich werde als einer der ersten eine solche Unternehmgergesellschaft gründen – weil ich sie superpraktisch finde. Klar kostet die Bilanzierung und bei Misserfolg der Ausstieg. Aber die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit anderen in einer Kapitalgesellschaftsform ohne sich ins Stammkapital verschulden zu müssen, finde ich wirklich attraktiv. Die Sache mit dem Ansparen des Stammkaptials finde ich sehr clever. Ein bisschen flexibler könnte das schon sein. Aber derzeit werden Gesetze ja eh nach ein/zwei Jahren wieder geändert, das lässt in diesem Fall hoffen.

Es gibt sie noch, die dreisten Geschäftsmodelle im Internet. Und ich befürchte, dass das Deutsch Internet Register (das ich hier jetzt nicht verlinke, das aber durch Zusammensetzen des Namens zu finden ist) sogar damit Geld verdient. Die Idee: Wer liest schon seine Post genau?

Jedenfalls habe ich Post von diesem Unternehmen bekommen und werde aufgefordert, meine Daten in deren Verzeichnis zu aktualisieren. Das beiligende Formular lädt auch gleich dazu ein. Allerdings, wer dieses verwendet, bucht auch gleich einen kostenpflichtigen Eintrag auf der Seite für schlappe 958 €. Nicht schlecht, gell? Kostenlos ist das nur über die Webseite. Aber das erkennt man wirklich nur, wenn man alles genau durchliest. Wer, wie mir das schon mal passieren könnte, seine Post nur überfliegt und sagt “Hey, da muss ich rein” und das Formular ausfüllt, wird wohl schnell eine überraschende Rechnung bekommen und hat diese wegen Schlamperei eigentlich auch verdient…

Davor wollte ich euch eigentlich warnen.

Stellt sich noch die Frage, was man dafür bekommt bzw. wo man dann gefunden wird. Das konnte ich grad nicht recherchieren, weil die Seite (Pagerank 1) grottenlangsam ist. Aber ich erwarte auch keine Meisterwerke.

Was noch? Falls ich dieses Hamburger Unternehmen beraten würde, hätte ich eine Menge Tipps hinsichtlich Technik, SEO, AGBs, Impressum u.s.w. auf Lager. Ich habe selten eine soo schlechte Fassade gesehen. Andererseits: Wer würde so jemanden denn beraten wollen?

Falls jemandem aufgefallen ist, dass auf meinen Seiten nun das Logo des BVDW fehlt – hier die Erklärung: Nachdem ich im vergangenen Sommer als Freelancer gestartet bin, sah ich beim “Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)” meine verbandsmäßige Heimat. Ja, es gibt ein paar Dinge, die an dem Verband nicht optimal sind und es gibt auch viele, die auf die Leute dort schimpfen. Aber im Laufe meiner Zeit als Journalist und Firmengründer habe ich den BVDW immer als recht tätig und professionell wahrgenommen.

Und bin halt Mitglied geworden.
Der Mindestbeitrag von 250 Euro/Jahr war zwar recht happig – aber ich bin schon der Meinung, dass eine Lobby auch Geld verdient hat. Und als ich (ungefragt) noch eine Menge Zeitschriften (Horizont, W&V, Sales u.v.e.) zugeschickt bekommen habe, war ich damit ohehin einverstanden. Auch wenn der Großteil davon ziemlich schnell in den Müll wanderte.

Heute bekam ich dann eine Jahresrechnung über 500 € zugeschickt. Hä? Das ist geringfügig mehr als 250 € – oder? Telefonisch bekam ich die Auskunft, dass diese Beitragserhöhung im Laufe des vergangenen Jahres entschieden wurde. Der Grund: Die Zeitschriften-Abos gibt es für den BVDW nicht mehr kostenlos sondern werden fortan bezahlt. Und das müssen natürlich die Mitglieder übernehmen.

Klar war das für mich ein echtes Ausstiegs-Argument und ich bekam auch die Möglichkeit, rückwirkend zum 1.1.2007 zu kündigen. Denn so nett es auch ist, Horizont und W&V durchzublättern, aber wenn ich ein Zeitschriften-Abo haben möchte, dann bestelle ich Zeitschriften. Und wenn ich in einem Verband organisiert sein will, zahle ich für Verbandsarbeit und nicht für Zeitschriften. Zumal neben den genannten auch eine ganze Reihe echt düsterer Blätter dabei waren, die vermutlich eh nur noch über den BVDW vertrieben werden…

Also ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass der eh schon hohe Einstiegsbeitrag verdoppelt (!) wird, weil Zeitschriftenabos vertrieben werden sollen. Hat ein Verband wie der BVDW keinen anderen Nutzen?

Somit bin ich wieder verbandsfrei – und fühle mich auch nicht schlechter damit.

Nach einer langen und zähen Verhandlung, die geprägt war von unglücklichen Rahmenbedingungen und massiven Zeitverzögerungen, konnte ich nun endlich einen ziemlich umfangreichen Deal abschließen. Und ich habe während der vergangenen Monate immer wieder dankbar an ein im Grunde altes aber sehr wirkungsvolles Verhandlungskonzept gedacht und (erfolgreich) versucht, selbst die festgefahrensten Situationen damit zu bewältigen.

Ich kann euch hier nicht das ganze Harvard Konzept, den Klassiker der Verhandlungstechnik, erklären. Aber ich kann es kurz skizzieren. Und ich rate allen, die ab und zu verhandeln müssen, zumindest mal das Buch oder das Hörbuch durchzuarbeiten.

Verhandeln nach dem Harvard Konzept

Worum es geht: Um Gehaltserhöhungen, die geplante Urlaubsreise oder den Verkauf einer ganzen Firma. Im Grunde hat jeder mal das eine oder andere zu verhandeln. Roger Fisher, William Ury und Bruce Patton haben für all diese Situationen eine eigene Verhandlungstechnik entwickelt. Das Harvard Konzept. In diesem geht es nicht darum, den anderen von der eigenen Position zu überzeugen – sondern um ein sachbezogenes Verhandeln. Es geht darum, sich um die zu verhandelnde Sache und nicht um eine unverrückbare Meinung oder gar um Eitelkeiten zu streiten.

Die vier Eckpfeiler hierfür sind:

  • Trenne Mensch und Sachprobleme.
  • Erkenne die wechselseitigen Interessen.
  • Entwickle die Entscheidungsmöglichkeiten zum Vorteil für beide.
  • Verwende neutrale Beurteilungskriterien.

Dadurch wird die Verhandlung sachbezogen – und nicht zu einem Feilschen um Positionen. Allerdings benötigt das auch eine gründliche Vorbereitung der Verhandlung und eine möglichst emotioinsfreie Sicht der Dinge.

In der Vorbereitungsphase sollte man sich ausführlich um einige Punkte kümmern. So ist es sinnvoll, die Situation des Verhandlungsgegners verstehen zu lernen, zu verstehen was als Nutzen für ihn heraus springen kann. Außerdem sollte einem selber klar sein, was eigentlich die eigene “Beste Alternative” zum Durchsetzen des optimalen Verhandlungsergebnis ist. Auf diese Weise wird schnell klar, wie weit man gehen möchte bzw. wann es sich nicht mehr lohnt, weiter zu reden.

Hier der (etwas theoretische) Ablauf von Konflikten

  1. Kontakt: Eine Beziehung wird hergestellt
  2. Information: Beide Seiten erlangen Klarheit über die Interessen und Positionen.
  3. Anhörung: Es wird eine vertraunsvolle Diskussionsgrundlage geschaffen.
  4. Sondierung: Es werden Lösungsoptionen entwickelt.
  5. Annäherung: Man wählt gemeinsam eine Option aus.

Ganz wichtig hierbei ist es, einen gemeinsamen Nutzen der möglichen Lösungen in den Vordergrund zu stellen. Also: “Wenn wir uns auf diesen Vertragspassus einigen, sparen wir beide viel Zeit und Geld”. Das geht natürlich nicht bei Nullsummenspielen (z.B. bei der Aufteilung eines Stück Torte) – aber diese Verhandlungen sind vermutlich ohnehin die Ausnahme. In jedem Fall ist es sehr wichtig, sich gemeinsam auf neutrale bzw. objektive Beurteilungskriterien zu einigen. Das geht meistens einfacher, wenn man noch keine Lösungsoptionen auf dem Tisch hat…

Die Autoren des Konzeptes empfehlen darüber hinaus, sich in die Lage der anderen zu versetzen. Denn wer nur den eigenen Vorteil im Auge hat, wird auf Dauer nicht erfolgreich sein. Klar: Denn wenn man “weich im Umgang aber hart in der Sache” ist und den Verhandlungsgegner als Partner behandelt, dann erhält man nicht nur ein für beide optimales Verhandlungsergebnis – sondern vermutlich auch einen vertrauensvollen Geschäftspartner für die Zukunft.

Amazon-Link zum Buch: Das Harvard – Konzept. Klassiker der Verhandlungstechnik

Amazon-Link zum Hörbuch: Das Harvard-Konzept. 2 CDs. . Sachgerecht verhandeln – erfolgreich verhandeln

(Foto: www.photocase.de, goenz)

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