Note: Das hier ist kein Blog sondern der digitale Notizblock von Eric Kubitz. Ich schreibe hier über die Dinge, die mich als Internet-Berater, Webcoach und Internet-Besucher beschäftigen und die ich mir für die spätere Arbeit merken möchte. Los geht's:

Ole van Beust wäre ein mieser Projektmanager

Unter der Überschrift “CDU verschiebt Selbstkritik” zitiert gestern die FAZ Hamburgs Bürgermeister Ole van Beust. Er sagte zu einer Äußerung von CSU-Chef Stoiber, manchmal sei es besser, „ein bißchen mehr die Klappe zu halten, als zwischendurch rumzugackern”. Ausdrücklich soll der momentane Konflikt in der CDU so lange auf Eis gelegt werden, bis die sachlichen Fragen mit der SPD diskutiert sind.

Mit Verlaub, Herr van Beust: Das ist Quatsch.

Ich bin kein Politiker, aber ich kann jedem Projektmanager und Teamleiter davon abraten, sich dieses Vorgehen zum Vorbild zu machen. Denn die Regel gilt anders herum:

So lange ein Konflikt im Raum ist, wird es keine vernünftige Diskussion um die Sache geben.

Bitte, liebe Kolleginnen und Kollegen, deckelt keinen Streit der auszubrechen droht. Sondern befördert ihn lieber kontrolliert zutage. Sprecht mit den Streithähnen und setzt das Thema möglicherweise auch im nächsten Jour Fix auf die Tagesordnung. Denn selbst, wenn ihr den Streit damit nicht sofort beilegen könnt und ggf in kleinere Gremien “delegiert”: Damit zeigt ihr zumindest, dass ihr den Streit (und damit die Menschen dahinter) ernst nehmt. Und so gebt ihr allen die Chance, wieder produktiv am Prozess mit zu arbeiten.

Nur so könnt ihr vermeiden, dass der Konflikt fortan ständig präsent ist und jede Diskussion dazu verwendet wird, die gegensätzlichen Standpunkte immer und immer wieder zu verteidigen. So etwas ist “Kalter Krieg” und macht jede Zusammenarbeit unmöglich.

Na ja, zum Glück wird dieses Land nicht alleine von Leuten wie Herrn van Beust regiert. Sein CDU-Kollege Wolfgang Bosbach hatte einen besseren Vorschlag. Er sagte im Deutschlandradio, dass er verstehen könne, daß Stoiber das sage, was er für richtig hält. Nicht jede Auseinandersetzung, „vor allen Dingen nicht jede innerparteiliche”, müsse aber „vor laufenden Kameras” ausgetragen werden. „Es gibt doch schon seit vielen Jahren das probate Mittel des Telefons.”

Tauschen wir “vor laufender Kamera” mit “in großen Kreisen” und “Telefon” mit “Vier-Augen-Gespräch” - dann ist das mal ein Ratschlag, den wir uns alle zu Herzen nehmen können.

Zahlenspiele von und mit Google

Quartalsergebnis von GoogleDa freut sich die Finanzwelt und die Nerds ziehen gleich mit: "Bei Google explodiert der Gewinn" jubelt die Financial Times. Alles gut, freut sich die Branche. Ich freue mich auch - aber ich finde, ein etwas differenzierterer Blick auf die Zahlen lohnt sich:

1. Google versiebenfacht den Quartalsgewinn auf 381,2 Millionen Dollar - im Vergleich zum letzten Quartal. Allerdings verschlechterte damals ein einmaliger Aufwand den Gewinnvonum 201 Millionen Dollar. Würde man diesen Aufwand aus dem letzten Quartalsergebnis wegrechnen, wäre der Gewinnsprung so um die 40 %… Immerhin - aber von "Explosion" keine Rede mehr.

2. Die Umsatzrendite von Google sank (!) im dritten Quartal auf 33,5 Prozent. Davor lag sie bei 34,4 %. Beide Zahlen sind natürlich super, keine Frage.

3. Der Grund für die gesunkene Umsatzrendite: Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte Google die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 151,7 Millionen Dollar. Das ist doch mal eine richtig GUTE Nachricht. Denn, wir erinnern uns, in den vergangenen Monaten überschüttete Google die Welt mit wirklich genialen und kostenlosen Tools (Google Eartz, Google Desktop, Google Talk u.s.w.). Und nun hoffen wir, dass mit diesen Sucherweiterungen auch Geld verdient werden kann.

 4. Es gibt bei Google nur ein einziges erkennbares Businessmodell, mit dem Geld verdient wird: Suchergebnisse und andere Werbung auf eigenen und fremden Websites. Stellt sich die Frage, ob ein Businessmodell für eine solche Company ausreichend ist oder ob ein zweites, starkes Standbein notwendig wäre.

Ich will Google gar nicht schlecht machen. Diese Company ist super, die Produkte sind cool und ich bin mir auch sicher, dass Google eine große, ertragsreiche Zukunft vor sich hat. Aber ich schlage trotzdem vor, dass wir alle auf dem Boden bleiben. Wenn nicht, wird aus dem gerade wieder wachsenden New-Economy-Boom eine platzende Blase. Und davon sind wir nicht mehr weit entfernt.

Oder wie kann man den Fall "Apple" in der vergangenen Woche anders interpetieren? Da hat Steve Jobs das beste Firmenergebnis der Unternehmens-Geschichte vorgelegt. Und was machte der Börsenkurs? Er fiel. Warum? "Man hat einfach noch mehr erwartet," meinten die Analysten…

Zeitreise in die Vergangenheit

kubitz_alt.jpg"Hach! Damals! Das waren noch Zeiten!" Ja, ja ich weiß: Immer wenn wir in die Vergangenheit schauen, werden wir schwermütig. Oder sitzen juchzend über den alten Familienfotos und freuen über Klein-Eric und wie süß er damals aussah (Ich hatte damals sogar eine Lederhose, aber das gehört nicht hierher).

Jedenfalls hat mir auf der Suche nach der ersten Xonio-Seite ein guter Mensch das Webarchiv gezeigt. Das ist zwar für Projekte nicht unbedingt ein zwingendes Tool - aber es macht abartig viel Spaß darin herum zu stöbern. Und, jetzt mal ehrlich: So schlecht waren die Webseiten damals gar nicht. Oder?

Anbei hier im Bild meine erste Webseite unter kubitz.net aus dem Jahr 1999. Tja, eigentlich gar nicht so schlecht. Deshalb ein großes Lob an den damaligen Programmierer Josef Hahn.

Google-Feed: RSS-Reeder online

google_feed.jpgGoogle dringt weiter in mein Leben ein: Gerade hat Google-Labs einen RSS-Feed-Reader vorgestellt. Ganz einfach: Feed-URL eingeben, "Preview", "Subscribe". Damit lassen sich auch viele Feeds gut überblicken; über die Suchfunktionen lassen sich auch passende neue Feeds finden. Dies alles natürlich wieder selbsterklärend und sehr schnell.   

Interessant übrigens das Layout: Es zeigt uns einen Ausblick, wie Gmail vielleicht demnächst auch aussehen könnte. Hier werden nicht mehr Listen angeklickt - sondern bei der Auswahl eines Feeds verschiebt sich die Liste in ein Fokus-Feld. Sehr elegant.

Na ja, das hat jetzt zwar mit dem Thema "Projekt" nichts zu tun - aber es ist nun mal wieder ein schönes Tool von Google.  

Projektdaten Speichern!

Projektdaten speichern

Es ist am Ausrufezeichen in der Überschrift gut zu erkennen: Das hier ist kein Vorschlag, keine Empfehlung, und kein Ratschlag sondern eine Aussage. Und ich will das  (mir gerade aktuelle) Thema auch gleich mit ein paar Tipps versehen.

Was ist passiert? Wir feiern demnächst das Jubiläum "5 Jahre Xonio". Selbstverständlich mit allem Drum und Dran; natürlich auch mit den alten Familienbildern, wie wir früher mal aussahen. "Eric, kannst du mal Bilder raus suchen?" Ja, und heute abend werde ich mich lange Stunden damit beschäftigen, auf alten CDs nach Screenshots unserer ersten Xonio-Variante zu suchen. Das nervt mich jetzt schon denn in dieser Zeit habe ich - wenn überhaupt - ziemlich unübersichtlich "archiviert".

Vom aktuellen Handlungsdruck abgesehen: Was hätte ich damals besser machen können (und was mache ich heute besser)?

  1. Projekt abschließen: Als Projektmanager haben wir den Vorteil, dass ein Projekt irgendwann mal abgeschlossen ist. Das ist der Zeitpunkt, an dem alle (alle!) Daten auf eine CD gebrannt werden sollten. Dick beschriftet und nur für dieses Projekt.
  2. Daten verfügbar halten: Trotzdem müssen diese Daten nicht gleich von der Festplatte verschwinden. Unsere Notebooks sind groß genug, für viele Projektjahre. Oder? Aber wie organisieren? Mein Vorschlag: Alle Projekte in einen einzigen Ordner. Und wenn ein Projekt abgeschlossen ist, in einen Unterordner "alt" und darin Ordner mit Jahreszahlen. Wenn die Platte dann doch mal zu alt wird, kann man immer noch die ganz alten Daten wegschreiben.
  3. Sichern, sichern, sichern: Ich sichere den Inhalt meiner Arbeitsordner wöchentlich auf einer externen USB-Festplatte. Und zwar überschreibe ich immer die alten Dateien mit den neuen und lege die neuen dazu. Das mache ich mit dem Total Commander von Hand weil ich eh mit dem arbeite und mich daran gewöhnt habe - aber Personal Backup ist viel besser und cleverer (und kostenlos). Außerdem schlage ich vor, dass heutzutage jeder einen 1GB-USB-Stick am Schlüsselbund haben sollte, auf dem (natürlich verschlüsselt) der Inhalt der wichtigsten Ordner gespiegelt wird. (Aber das werde ich auch erst mal ausprobieren.)

Ich weiß, das ist alles nichts Neues. Aber ich hoffe, mit diesem Beitrag den einen oder anderen daran zu erinnern, dass die Daten aller Projekte (und natürlich auch alle anderen Daten) unbedingt so gespeichert werden sollten, dass man sie wiederfindet. Denn meistens wird man daran erst erinnert, wenn man vor einem Heuhaufen steht und nun nach der Stecknadell suchen muss…

Cooles Tool - und nicht von Google…

Tool für ProjekteJa, doch: Es gibt noch coole Entwicklungen ohne Google-Stempel. Zum Beispiel del.icio.us. Das ganze nennt sich "Social Bookmarks". Ein großes Wort für eine einfache Idee. Mit sehr wenigen Handgriffen richte ich mir dort ein Konto ein und kann (während ich im Internet surfe) darin Bookmarks in beliebig vielen Kategorien sammeln. Das mache ich, weil ich mir die merken will; das "soziale" daran ist, dass jede neue URL auch auf den delicious-Seiten veröffentlicht wird und ich genau erfahre, wie viele User sich diese Site auch gemerkt haben. Das hilft mir bei der Bewertung von Seiten.

Außerdem kann ich eine Bookmarkliste ganz einfach veröffentlichen (z.B. meine:  http://del.icio.us/eric42) und dadurch meine Links "sharen". Keine schlechte Idee auch für schnelle Recherchen im Projekt. Aber, nicht vergessen: Diese Bookmarks sind sehr öffentlich. Also keine geheimen Seiten oder Login-Seiten für Projektmanagement-Tools u.s.w.

Projekt: Artikel-Sammlungen

Hierzulande noch relativ neu - aber für die Verbesserung des Pageranks von kleineren, informativen Webseiten recht vielversprechend sind Webseiten wie www.77.am. Hier werden themenbezogene Artikel aufgenommen und mit einem Link auf die eigene Seite kostenlos veröffentlicht. Ein Backlink auf die eigene Seite ist frei. Wer seinerseits einen Backlink setzt, bekommt drei Links nach Wahl.

Keine schlechte Idee, da dadurch keine sinnlosen Netzwerke zum Aufbau von Pagerank auf gebaut werden (die von Google ohnehin abgestraft werden) sondern mit sinnvollem Content auf die eigene Webseite verwiesen wird. Das mögen nicht nur die Suchmaschinen sondern auch die User…