Microsoft will “Works” online zum Laufen bringen
Der Tanker nimmt langsam Fahrt auf. Wirklich langsam geht es voran. Die Rede ist von Microsofts Kreuzzug gegen Google. Die vorgestern gelaunchte Suche “Microsoft Live Search” ist ja schon ganz schön gut - allerdings liegt MS im Bereich “Search” derart weit hinter Google, dass hier die David-Rolle noch auf Jahre fest steht.
Vielleicht können die Redmonder ja in einem anderen Bereich punkten: im Online-Office-Markt. Der hat ohnehin noch Bonsai-Format - und vielleicht kann man ja auch durch geschickten Zukauf eines Startups Geschwindigkeit aufnehmen. Es gibt genügend, die eine eigene Software entwickeln - in der Hoffnung von einem der großen Player Google, Yahoo oder Microsoft gekauft zu werden. Einer davon ist ThinkFree.

Ob diese Freidenker allerdings bei MS landen ist fraglich. Denn nach einem Bericht des US-Magazins Business-Week ist Steve Ballmer und seinem Chefentwickler Bill Gates eingefallen, dass ja auch das eigene Portfolio etwas zu bieten hat. Der Blick fiel auf “Works” weil “online” ja immer auch kostenlos sein muss und man mit dem Office-Paket richtig Geld verdient. Aber, hey, dieses abgespeckte Office wird ohnehin meist als kostenlose OEM-Version neuen Computern beigelegt - da kann es ja auch online für MSN- oder Live-User sorgen.
Deshalb wurde wohl eine größere Zahl von Entwicklern für das Projekt abgestellt, die nun Works “ready for internet” machen müssen. Und auf denen nun gleich erheblicher Druck lastet: “Wir wollen in diesem Bereich gewinnen”, sagt Chris Capossela, Vice President der Business Division Product Management-Sparte bei Microsoft. Vermutlich soll das Paket nach dem “richtigen” Office veröffentlich werden - aber das ist “schon” 2007 und die Microsoft-Entwicklungszyklen sind ja eher lang. Wir werden sehen.
Nun, was meiner Ansicht nach die eigentliche Meldung an dieser Meldung ist: Dass sie erst jetzt kommt. Etwa vor zehn Jahren hat Sun zum ersten Mal von einem Online-Office phantasiert, vor sechs Jahren war das Thema unter dem Stichwort “ASP” in aller Munde und seit mindestens zwölf Monaten ist Google neben einer Reihe von kleineren Unternehmen damit beschäftigt immer wieder kleine Bruchstücke eines Online-Office zu veröffentlichen. Und jetzt sollen wir Microsoft einen Innovations-Award überreichen, weil die ihr Works ver-interneten? Na ja…
“Das digitale Kulturerbe wird unsere Sammlung um eine zeitgemäße Publikationsform erweitern”, kommentiert Elisabeth Niggemann, Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek, die Gesetzesnovellierung noch voller Hoffnung. Aber auch Sisyphos hat irgendwann die Hoffnung fahren lassen.
Auch für Techniker wird das ein riesen Spaß. Vergessen wir mal die anfallenden Speichermengen - dafür gibt es Lösungen. Aber wie wird denn ein Archiv von mehr als 10 Millionen Webseiten verwaltet, die alle paar Minuten aktualisiert werden (können)? Das muss ja nachher auch noch durchsubar werden. Mein Vorschlag wäre: Erst mal die halbe Google-Mannschaft abwerben - und dann weiter arbeiten. Aber das ist wohl eine Frage des Etats.
Seit seinem ersten Wikipedia-Artikel (über den Panama-Kanal) am 10. Dezember 2001 hat er 3000 weitere Eigenbeiträge geschrieben und mehr al 72 000 weitere Artikel erweitert, verbessert, überarbeitet. 72 000 Artikel. WOW. Und das bei hoher Qualität. Wikipedia-Sprecher Wane Seawyc: “Von SimonP stammen nicht nur die meisten Einträge, sondern sie sind auch von höchster Qualität.”
Von der 