Note: Das hier ist kein Blog sondern der digitale Notizblock von Eric Kubitz. Ich schreibe hier über die Dinge, die mich als Internet-Berater, Webcoach und Internet-Besucher beschäftigen und die ich mir für die spätere Arbeit merken möchte. Los geht's:

eyetv diversity: Fußball muss nicht bei der Arbeit stören…

So eine Europameisterschaft ist echt lang. Und man kann es sich ja kaum leisten, gar nicht mehr am Abend zu arbeiten. Deshalb gab es bei mir Anfang dieser Woche einen Dual-Tuner DVB-T Stick, ein “eyetv diversity” von elgato (für Mac9. Und das sieht dann so aus:

Spannend und fühlt sich gut an. Kostet knapp 100 Euro, der Empfang ist sensationell, die Funktionen mit Aufnehmen u.s.w. sind atemberaubend und die Installation Plug&Play. Übrigens “Play”: muss weiterschauen…

Bloomstreet macht dicht - das könnte weh tun

Höre ich da Schadenfreude? Die Kommentatoren meinen sich darüber lustig machen zu können, dass Bertelsmann nun seine Musik-Community “Bloomstreet” dicht macht. Ich würde mal sagen, dass Schadenfreude aber hier nicht angebracht ist - auch wenn Oliver Samwer schon immer gesagt hat, dass Bertelsmann keine Community gründen kann.

Denn Bloomstreet war doch gar nicht soooo schlecht - dass der Konzern die Segel einholt ist eher ein Zeichen dafür, dass mal jemand nachgerechnet hat. Und man sieht daran, dass die ersten Bilanzen der vielen Communities der letzten Monate nun die Schreibtische der Controller erreicht haben. Keiner hatte ein echtes Geschäftsmodell für den Plausch ihrer Zielgruppe, man hat das einfach mal der Reichweite wegen gemacht. Falls es nun zum “Trend” wird, diese Zuschußgeschäfte wegzurationalisieren, könnte das zu einem echten Massensterben werden. Natürlich nur bei den kleinen und nicht bei den Großen.

Klar warten wir eh schon lange auf eine Konsolidierung der Community-Träume - aber ich befürchte schon, dass das Pendel genauso krass in die negative Richtung schwingt wie es in 2007 in Richtung “Web 2.0″ gegangen ist. Und lasst uns nicht vergessen, dass es eher die kleinen Userkommunen sind, die Sinn und Spaß machen.

Jedenfalls wird das spannend…

Tracking-Tool getestet: phpMyVisites als Alternative zu Google Analytics

phpMyVisites ist - im Gegensatz zu Google Analytics - ein Tracking-Tool zur Selbstinstallation. Ihr braucht also einen Server mit PHP und MySQL. Mehr ist allerdings nicht nötig, nicht einmal besonders viel technisches Verständnis.

Die Open Source Software kommt aus Frankreich, ist aber mit verschiedenen Sprachen - darunter auch Deutsch - zu betreiben. Wie gesagt: Alles recht easy bei der Installation; die Einbindung des Codes auf die zu trackende Webseite ist identisch zu Analytics.

Aber phpMyVisites bietet mehr: So kann ich damit z.B. Links von Newsletter (oder anderen Seiten) tracken, ich kann die Seitennamen dynamisch bestimmen und ich kann Channels und Gruppen definieren. Alles fast wie bei “großen” kommerziellen Trackingtools. Über eine Plugin-Schnittstelle lässt sich sogar eine Heatmap einbauen. Man kann also locker sagen, dass phpMyVisites einiges mehr kann als Google Analytics. Und ein großer Vorteil ist natürlich, dass ich mit einer selbst installierten Software die Daten in einer eigenen Datenbank habe und nicht in einem amerikanischen Rechenzentrum.

Es spricht also einiges für phpMyVisites.

Aber es spricht auch einiges dagegen: Wer z.B. AdWords-Kampagnen tracken möchte, liegt bei Analytics natürlich besser, ganz klar. Aber auch alle anderen Berichte und Statistiken sind nicht so ausgefeilt bei phpMyVisites. Und das liegt nicht nur an der weniger reizvollen Darstellung (siehe Bild) sondern an der Berichtstiefe und auch der Benutzerführung. Man kann Google halt auf diesem Feld halt nicht schlagen.

Wie schaut es mit der Performance aus? Ich würde mal sagen: prima. Leider habe ich ja keine so trafficstarke Seite um phpMyVisites mit ein paar Millionen PIs pro Tag zu beschießen (und die Seiten meiner Kunden sollten ja auch kein Testfeld sein). Aber in dem von mir zu testenden Bereich hatte ich gar keine Probleme. Und selbst wenn die Einbindung auf der Webseite fehlerhaft ist, wird diese nicht ausgebremst. Das gilt wohl auch dann, wenn der Statistik-Server schlapp macht. Dann gibt es zwar keine Zahlen - aber auch keine Site-Bremse.

Fazit: phpMyVisites ist die erste aus meiner Sicht verwendbare Tracking-Software für den Einsatz auf dem eigenen Server. Alle notwendigen Funktionen für einen Einstieg ins Tracking sind vorhanden - und sogar noch etwas mehr. Allerdings muss man mit weniger Komfort und auch mehr Aufwand rechnen, wenn man phpMyVisites als Ersatz für Google Analytics einsetzen möchte. Aber ich würde sagen, das ist ja häufig so bei OpenSource und das ist auch hinnehmbar! Und wer wirklich alles will, muss wohl zu einer kommerziellen Variange bei eTracker, Omniture & Co. einkaufen…

PSSSST, nicht weitersagen: MMS bei Air Berlin ist suuuuper!

Also, euch kann ich das ja verraten, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass mir im Flieger einer meiner Leser einen Platz weg nimmt - dazu seid ihr einfach zu wenige. Aber, gell: nicht weiter verraten.

Worum geht es? Ich war gestern mit der Air Berlin in Berlin und saß beim Hin- und beim Rückflug auf dem besten Platz im Flieger auf “C1″. Wie man das schafft? Mit echter Kommunikations-Hochtechnologie - mit MMS. Man muss natürlich echt mutig sein und das Unmögliche wagen, aber es lohnt sich. Denn zur Pole Position gibt es obendrauf eine ganze Menge bewundernder Blicke auf dem Flughafen.

Der Trick ist ganz einfach: Bei der Bestellung eines Flugtickets bei der Air Berlin (vermutlich auch bei anderen Fluglinien) kann man auch den Check-In als “MMS” bestellen. Nach langem Zögern (”Was könnte das sein?”, “Funktioniert das wirklich?” u.s.w.), habe ich das probiert - und mit Spannung erwartet, was da kommt.

Was kam, war ein Tag vor dem Abflug eine SMS, in der stand, dass ich nun einchecken könne. Echt wahr. Ein Tag VOR dem Flug. Einchecken, per SMS. Ich also wie verlangt geantwortet - und kurz danch kam eine MMS mit einem …äh… dreidimensionalen Barcode (siehe Bild). Damit hatte ich auch meinen Sitzplatz reserviert. Zack, fertig. Ein Tag vor dem Abflug. Und so hatte ich auch noch vor meinem Flug nach Berlin schon einen komfortablen Platz beim Rückflug reserviert.

Ob das im Sinne des Eincheckens ist? Ich denke nicht, denn was, wenn mich in der Nacht eine Grippe überfallen hätte? Wäre ich dann stundenlang als schon eingecheckter Passagier am Flughafen gerufen worden? Hätten hunderte andere Passagiere auf mich warten müssen? Vermutlich. Mit gutem Gewissen kann diese MMS also nur wählen, wenn man echt vor hat, den Flug zu machen.

Bevor jetzt aber der Untergang des (eh nicht vorhandenen) Flugkomfort wegen unzuverlässiger MMS-Einchecker befürchtet wird: Keine Angst! Das ganze System ist zwar superpraktisch und war garantiert schweineteuer - aber es gibt niemanden der das nutzt. Alle, denen ich mein Handy mit diesem Barcode zeigen musste, schauten mich begeistert an und erzählten gleich von Schulungen, wo sie so was schon mal gesehen hatten. Aber noch niemand (in Zahlen: 0) hatte schon einen echten Passagier mit so was rumlaufen gesehen. Übrigens: Zum Glück nutzt das niemand, denn es war schnell zu merken, dass das in die Organisation nicht wirklich rein passt. Spätestens beim Boarding benötigt das Personal einen Papierboardingpass, um durchzuzählen, ob alle da sind… Jedenfalls: Alle fanden das sehr, sehr spannend. Ich fühlte mich wie mit einem iPhone im Jahr 2006…

Na gut, trotz des super Platzes war der Rückflug eine Katastrophe weil wir nicht in München landen konnten sondern nach 40 Minuten kreisen erstmal nach Nürnberg ausweichen mussten und dort noch eine Stunde warten mussten (wg. Gewitter). Aber das Bordpersonal der Air Berlin war wirklich exzellent und die Stimmung eigentlich in Ordnung.

Und ich kann sagen, dass ich offenbar der erste MMS-Eincheckkunde der Air Berlin bin. Super, oder?

Google Trends: It’s not only a fun tool…

Im offiziellen Google-Blog wurden die Aktualisierungen von Google Trends vorgestellt. Vor allem hat die Trendfunktion eine Skala spendiert bekommen. Das sieht dann so aus:

 google trends

Die Linie auf der 1 zeigt den Durchschnitt der Suchanfragen. Natürlich sagt uns Google nicht, wie viele das absolut waren. Aber wir können mit einer solchen Kurve deutlich einen Jahreszeitverlauf fest stellen. Das ist schon mal recht interessant.

Und wenn wir einen zweiten Suchbegriff hinzu schreiben, können wir die Verhältnisse der Keywords zueinander lesen:

google trends

Hier wird der erste eingegebene Begriff als Basis verwendet, “Geburtstag” scheint etwa 2,5 mal so viel Suchanfragen zu erhalten. Das ist natürlich eine sehr interessante Aussage wenn man versucht, Webseiten für bestimmte Keywords aus dem eigenen Inhalte-Universum zu optimieren. Mit diesen Informationen würde ich mich eher auf “Geburtstag” als auf “Geschenke” konzentrieren.

Wobei natürlich noch eine Menge anderer Faktoren (Mehrzahl, Sinnhaftigkeit zum Angebot) getestet werden müssen und natürich auch die Konkurrenz betrachtet werden sollte. Denn wenn diese bei “Geburtstag” sehr stark ist - aber für “Geschenke” nur ein paar Mini-Seiten zu überholen sind, wäre wohl doch eher “Geschenke” die richtige Wahl. Aber dazu evtl. später mal.

Auf jeden Fall sollten wir uns wohl auch darüber Gedanken machen, warum in den letzten Jahren der “Geburtstag” zunehmend aus der Mode kommt. Da gibt es sicherlich eine Menge Gründe dafür - die aber bitte jemand anderes diskutieren soll. ;-)

Verworfen: PageSpinner (HTML-Editor für den Mac)

Keinen Speicherplatz mehr auf meinem MacBookPro bekommt PageSpinner, ein HTML-Editor. Ich denke, die Software ist eigentlich ziemlich gut und sogar für den professionellen Einsatz bei Webentwicklern geeignet. Aber ich konnte PageSpinner einfach keinen vernünftigen Umgang mit Zeichensätzen antrainieren. Und nachdem ich immer wieder UTF8-zerhauene Seiten korrigieren musste habe ich kapituliert.

Die Alternative zu PageSpinner ist der KompoZer, ein OpenSource-Projekt, von dem ich später mal berichte.

Verworfen: Woopra

In Zukunft möchte ich auch die Dienste, Communities und Applikationen vorstellen, mit denen ich mich nicht weiter beschäftigen werde, die ich nach einer kurzen Testzeit wieder von der Platte geputzt habe.

Ich starte mit Woopra - einem Statistik-Tool das von sich sagt: “Woopra is the world’s most comprehensive, information rich, easy to use, real-time Web tracking and analysis application. And it’s free!”

Na ja, ich habe eine ganze Weile versucht, Woopra auf meiner Seite zu installieren  - ohne Erfolg. Keine Ahung, woran mein Versagen lag. Es hat einfach nicht geklappt.