Was sagt Wikipedia zu Weblogs? "Ein Weblog ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält … Jedes Weblog ist für sich ein eigenes Journal …". Mit anderen Worten sind Weblogs:

  • periodisch
  • aktuell
  • dokumentarisch

Hinzu kommt: Die Beiträge können kommentiert und über meist ausgezeichnete Suchfunktionen auch wieder gefunden werden. Deshalb kann man grundsätzlich sagen:

Weblogs sind im Projekt nützlich

Denken Sie nur an das Protokoll des Jour Fix. Meist wird es in Word geschrieben und an den Verteiler verschickt. Findet jemand eine Korrektur, meldet er diese an den Protokollanten und der muss nun entscheiden, ob er ändert und noch einmal alles verschickt oder nicht. Keine leichte Situation. Oder denken Sie an aktuelle Meldungen (z.B. über geänderte Rahmenbedingungen) im Projektverlauf. Der Projektmanager schickt an alle eine Mail – ohne zu wissen, ob diese Mails ankommen, gelesen werden und nach 1 Monat immer noch bei jedem auffindbar sind.

Beide Situationen wären mit einem Weblog einfacher gewesen. Wird das Protokoll (das funktioniert natürlich nur mit kurzen Ergebnisprotokollen – zu denen ich ohnehin rate) im Weblog erstellt, können die Teilnehmer ihre Änderungen öffentlich über die Kommentarfunktion eingeben. Und die News über geänderte Rahmenbedingungen kann dann auch nicht untergehen – nicht einmal in den 1000 Mails, die mancher Mitarbeiter nach 2 Wochen Urlaub wieder findet. 

Also, ganz einfach? Projektarbeit mit Weblogs, und fertig? Nein, natürlich nicht. Denn im Gegensatz zu den freien Weblogs in der Blogsphäre gelten im Unternehmen andere Regeln:

  1. Die Meinung bleibt draußen. In der Regel werden Weblogs als besonders meinungsbetont und polarisierend geschrieben. Das gilt aber nur, wenn jemand Besucher anziehen will. Die Projektteilnehmer müssen nicht akquiriert werden. Und ein guter Projektleiter wird immer versuchen, weitgehend neutral zu sein.
  2. Der Projekt-Blog ist tägliche Pflicht. Das gilt für den Projektleiter beim ständigen (und voll-ständigen) Logbuchschreiben aber auch für die Projektteilnehmer die mehrfach täglich den Weblog lesen sollten.
  3. Ein Weblog ist keine Datenbank. Alte Beiträge im Weblog verblassen mit der Zeit. Es macht also keinen Sinn, eine technische Spezifikation im Weblog zu veröffentlichen. Hierfür gibt es andere Tools (Word? Wiki?). Vorsicht auch beim Kommentieren alter Beiträge: Wer wird den Kommentar noch wahrnehmen?
  4. Schreiben wie ein Profi. Noch mehr als in E-Mails (da liest es nur ein kleiner Kreis) oder im persönlichen Internet-Blogg (da kann jeder machen, was er will) sollte im Projekt-Weblog auf klare Formulierungen, richtige Rechtschreibung und die richtige Textmenge geachtet werden. 
  5. Wer schreibt bleibt. Na ja, leider nicht immer. Aber auf jeden Fall sollte der Projekt-Weblog auch nach dem Projekt noch online sein – oder zumindest digital gespeichert werden. Denn die enthaltenen Informationen sind "offiziell" und sollten dokumentiert werden.

Fazit: Wird ein Weblog im Projekt richtig eingesetzt, ist er von großem Nutzen. Aber überlegen Sie sich gut, ob die Projektteilnehmer (schon) bereit sind für diese zeitgemäße Kommunikation. Denn das Weblog wird nur funktionieren, wenn wirklich alle mitmachen…


Zusatz: Selbstverständlich sollte ein Projekt-Weblog nicht öffentlich sein. Also Passwortgeschützt. Ich habe kurz mal geschaut, wie das bei den großen Anbietern von gehosteten Weblogs ist:

  • Blogger.com (eine Google-Company): Hier habe ich keinen Passwortschutz gefunden
  • Livejournal (von Six Apart): Es können einzelne Beiträge gesperrt werden. Aber wohl nicht der ganze Weblog
  • Typepad (auch von Six Apart): Hier kann ein Weblog komplett privat (also geschützt) erstellt werden. Allerdings kostet der Account hier auch ein paar Euro im Monat.
  • Wie sieht das bei anderen Anbietern aus? Wer weiß mehr? Bitte Kommentar…

Bei selbstgehosteten Weblogs (z.B. WordPress oder Movable Type) obliegt das natürlich dem Betreiber selber. Falls die Funktion im Weblog nicht enthalten ist, kann dies mit einem Verzeichnisschutz natürlich trotzdem gemacht werden.

Bevor ich mich an die schwierigste Frage von Herr M. heranwage, möchte ich ihm auf diesem Weg eine Antwort auf die Frage "Warum WordPress?" geben. Also:

Ich finde die kostenlosen, gehosteten "All-In-a-Box"-Weblogs von Blogger.com und wie sie heißen ziemlich gut. Und für ein paar Euro gibt es großartige Accounts (z.B. beim Marktführer TypePad) mit ALLEM Drum und Dran. Anmeldung in Suchmaschinen inklusive und mit dem richtigen Nokia-Handy schickst du dann eine Mail plus Foto – und schon isses online. Klasse. Kann ich empfehlen.

Aber, selbstverständlich, bastle ich auch gerne im Internet. Und außerdem liebe ich es, wenn ich in Softwarfragen die volle Kontrolle über das habe, was ich tue. Deshalb gab es für mich keine Alternative zu einer Lösung für meinen Server. Und, natürlich mit MySQL-DB, lauffähig auf meinem Hosting-Account. Da wird die Luft schon dünner. Es gibt z.B.  MovableType von Six Apart (also o.g. Marktführer in dem Bereich). Unter bestimmten Bedingungen ist das Programm sogar kostenlos.

Hätte ich auch nehmen können. Und ich bin überzeugt, dass das gar nicht mal schlecht ist. ABER: WordPress habe ich früher gekannt, es hat alles, was ich brauche, ich verstehe, wie die Software aufgebaut ist UND es gibt eine wirklich große Entwicklergemeinde, die daran schraubt und es ständig verbessert bzw. Module dafür baut. Außerdem gibt es hierfür auch schöne Templates (wie z.B. dieses) – die ich auch noch anpassen kann.

Was will ich mehr? Warum noch suchen?

Nun, es wäre schön, wenn alle Softwareentscheidungen so einfach wären. Aber in diesem Fall war es so… 

Per Mail hat mich die Frage ereilt, ob meine Leser eigentlich wissen, dass sie diese Webseite auch as RSS lesen können, und ob sie wissen, was das denn überhaupt ist. Darauf will ich gleich hier antworten – so, dass alle davon profitieren. Und, Herr M., auch Ihre anderen Fragen sind auch sehr, sehr gut – ich komme in den nächsten Tagen darauf zurück! Vielen Dank jedenfalls!

Also, RSS. Was ist das überhaupt? Auf Wikipedia liest sich das etwas technisch und kompliziert. Anders gesagt: Für jemanden mit Firefox-Browser ermöglicht RSS eine ständige Aktualisierung der Bookmarks. Wenn Sie z.B. auf den Button unten links auf meiner Seite klicken (siehe Bild), und den Anweisungen folgen, werden Sie von da an die Überschriften der aktuellsten Artikel in Ihren Bookmarks sehen können und bei Bedarf mal vorbei kommen. Wenn Sie dagegen mit einem RSS-Reader arbeiten, können Sie jederzeit ihre abonnierten RSS-Infoseiten nach den letzten News durchstöbern und schauen, ob etwas dabei ist, was Sie interessiert.

 Wie Sie RSS einrichten, lesen Sie am besten in dem dazu passenden Beitrag auf CHIP Online. Ich finde, die Kollegen können das besser erklären als ich :-)

Wenn Sie kubitz.net-RSS abonnieren möchten, und keine Firefox haben, geben Sie in Ihren RSS-Reader diese Adresse  ein: http://www.kubitz.net/feed/.

Und falls jemand einen Link zu einer wirklich guten RSS-Einsteigerseite hat – sollte er diesen hier posten.  

cover_web.jpgMein aktuellstes Projekt: Leonart | Kulturmagazin für das Oberland – ein echtes Print-Magazin (für das bayerische Oberland). Am Anfang viel Team-Building, viel Strukturierung, sehr viel rechtliche Fragen zur Firmengründung und nun die Organisation des laufenden Betriebes inklusive dem Betrieb der Webseite. Aus der Print-Redaktion und -Produktion habe ich mich draußen gehalten.

Das Größte an Leonart ist jedenfalls das Team der Gesellschafter aus Michael Ruhland, Uli Ertle, Carmen Kubitz, Suse Bucher-Pinell und Dagmar Steigenberger.

per anhalter…

Juni 9, 2005

 PerAnhalter17.jpg

Dass in dem kongenialen Werk "Per Anhalter durch die Galaxis" auch etwas für Projektmanager zu finden ist, dürfte im gerade angelaufenen Film eher untergehen. Zum Beispiel zu den Themen "Produktbeschreibung" und "Prioritätensetzung". Hier eine Szene aus dem Buch "Das Restaurant am Ende des Universums", dem zweiten Teil der 5-teiligen Triologie…

(Was bisher geschah: Athur und Ford sind auf der prähistorischen Erde gelandet und treffen eine Horde Friseure, Telefondesinfizierer, Unternehmensberater und andere Ex-Bewohner des Planeten Golgafrincham, die unter einem Vorwand mit dem Raumschiff "Arche B" von dem Planeten entfernt wurden und somit die Grundlage für unsere Menschheit gelegt haben. In einer der zahllosen Ausschusssitzungen wird nach dem Fortkommen in den Gremien gefragt. Nachdem die Friseure berichtet haben, dass sie mit dem Feuer nicht voran gekommen sind, weil sie aus den zwei Stöckchen, die sie als Werkzeug hatten, eine Lockenschere gebaut haben, wenden sich Arthur, Ford und die begeisterte Mege der Managerin des nächsten Projektes.)

"Und das Rad", sagte der Kommandant, "wie steht’s mit diesem Rad-Dingsbums? Das hört sich nach einem wahnsinnig interessanten Projekt an."

"Ach", sagte das Mädchen aus der Absatzpoliti, "tja, da haben wir noch ein paar Schwierigkeiten."

"Schwierigkeiten?" rief Ford. "Schwierigkeiten? Was soll das denn heißen, Schwierigkeiten? Das ist doch die absolut simpelste Konstruktion im ganzen Universum!"

Die Absatzpolitikerin spießte ihn mit einem Blick auf.

"Na schön, Herr Nadeweis", sagte sie, " wenn Sie so wahnsinnig klug sind, sagen Sie uns doch, welche Farbe es haben soll."

Das Projekt-Mantra

Juni 9, 2005

Definiere die Ziele der Arbeit und vereinbare diese mit dem Auftraggeber. Stelle sicher, dass der Nutzen des Projektes die Kosten rechtfertigt. Entscheide, wie du mit den Risiken des Projektes umgehen wirst. Dann mache einen Plan für jeden Projektteil – so, dass du die Arbeit des Team mit einem Controlling überwachen kannst. Steuere die Kommunikation und sorge für die benötigten Ressourcen. Und kümmere dich um die Qualität des Ergebnisses.

start

Juni 9, 2005

eric portraitViele Jahre habe ich meine Webseite “kubitz.net” gepflegt und gehegt. Nun habe mich entschlossen, diese als umfassend gedachte Projekttool-Plattform durch einen Weblog abzulösen. Ich denke, damit werde ich den Wünschen und Anforderungen meiner Leser eher gerecht. Denn in den vergangenen Monaten ist es mir zunehmend schwer gefallen, den kompletten Inhalt immer “in Schuss” zu halten und alle Dokumente nachzupflegen. Auf der anderen Seite hatte ich keine Möglichkeit, die vielen Erfahrungen und Gedanken zum Thema “Projektmanagement” zu teilen.
Für eine Übergangszeit wird die Seite aber noch erreichbar sein. Den Link finden Sie im Navigationsmenü nebenan.
Übrigens: Ein Weblog ist keine Einbahnstraße. Schreiben Sie mir – zum Beispiel, ob Sie diese Entscheidung richtig finden…