… wir speichern das

September 2, 2011

Los! Mal ein bisschen politische Mitbeteiligung. Nicht nur klug daher reden, bitte. Und damit das  nicht zum Kulturschock wird, habe ich für euch eine hübsche kleine Sache ausgesucht, die eigentlich jeder in dieser digitalen Zwischenwelt gut finden könnte:

Es geht um die die Kampangne des AK Vorrat für eine Petetition gegen Vorratsdatenspeicherung. Verwirrt? Ich erkläre das ganz kurz:

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AL Vorrat) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Menschen, die sich sich gegen zuviel Überwachung im Allgemeinen und gegen die komplette Protokollierung von Telekommunikation (und anderer Verhaltensdaten) im Besonderen einsetzt. Obacht! Hierbei geht es weniger um die Datensammelwut von Google & Co sondern mehr um die staatliche Sammelleidenschaft. Die Mitglieder des AK Vorrat sind eine wirklich breite Koalition von klugen Menschen, die sich im Rahmen dieses “AK” auf das Ziel einigen können, dass Voratsdatenspeicherung eine verdammt schlechte Idee ist.

Mit der Kampagne, an der auch die Digitale Gesellschaft mit bastelt, sollen möglichst viele Internet-Benutzer dazu gebracht werden, eine Petition zu unterschreiben, die folgendes zum Inhalt hat: “Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die verdachtlose Vorratsdatenspeicherung nicht zulässig ist. Darüber hinaus möge er die Bundesregierung auffordern, sich für eine Aufhebung der entsprechenden EU-Richtlinie und für ein europaweites Verbot der Vorratsdatenspeicherung einzusetzen.”

Mit anderen Worten: Es widerspricht dem demokratischen Grundgefühl im Allgemeinen und einer ganzen Reihe von anderen Regelungen wie Berufs- und Seelsorgegeheimnissen, dass TK-Unternehmen diese Daten auf Vorrat speichern und staatlichen Stellen zur Verfügung stellen müssen. Ja, solche Daten können vielleicht (!), irgendwann (!) in irgendeinem (!) Zusammenhang dafür sorgen, dass ein Stratftäter überführt wird. Aber dafür nehmen wir erstens eine potentielle (wenn auch derzeit theoretische) Überwachung des Staates in Kauf. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es hier um Europa-Politik geht – und schon Italien ist sicherlich anfälliger für solche Tendenzen als Deutschland. Außerdem entstehen neue große Datensammlungen – die irgendwann immer geknackt werden…

Wer das eh schon alles weiß, kann dies in einem kleinen Quiz überprüfen.

Nun ein Video der Kampagne, weil es ganz hübsch ist – in dem der Informationsgehalt allerdings leider gegen null tendiert…

Und jetzt, politische Beteiligung. Los!

Ziel der Kampagne jedenfalls ist es, dass sich viele Menschen an der Online-Petition beteiligen. Dazu müsst ihr:

  1. Auf die Aktionsseite zeichnemit.de gehen.
  2. Dort auf “Zeichne mit” klicken.
  3. Registrieren bei epetitionen.bundestag.de. Das ist ein bischen umständlich  – aber der Deutsche Bundestag ist halt nun mal komplizierter als Facebook…
  4. Dann anmelden und die Petition unterschreiben.

Das dauert nicht länger, als sich beim x-ten sozialen Netzwerk einen Account zu holen, etwa 5-10 Minuten. So viel Zeit muss sein, denke ich.

Eric Kubitz ist auch auf Google+ und Twitter Twitter.

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