War das schon immer so, das Tageszeitungen Ihre Leser ausgebeutet haben? Könnte schon sein – doch mir fällt das jetzt erst auf. Zum Beispiel die Süddeutsche, Lokalredaktion, Ausgabe von heute.

Da feiert die SZ das Oktoberfest ab mit einem Foto-Wettbewerb “Mein schönestes Wiesn-Foto” und verweist darauf, dass im nächsten Jahr schließlich die 200. Wiesn gefeiert wird. Der Gewinner des Wettbewerbs darf dann im nächsten Jahr in der “Ratsbox” (was auch immer das ist) das Anzapfen erleben. Eine gute Idee, finde ich.
Doch was man auf dem Bild oben mangels einer vernüftigen iPhone-Kamera nicht lesen kann ist diese Stelle: “Zur Bewertung kommen nur Bilder, die auf Fotopapier (20×30 Zentimeter) ausgedruckt sind.” Die also gut reproduzierbar und für die Zeitung sind und auch für das SZ-Magazin schön aufbereitet werden können. Und: “Die Bilder sind honorarfrei, die Rechte gehen auf den Süddeutschen Verlag über.” HMPF!
Mal davon abgesehen, dass Urheberrechte niemals übergehen können, sollte man sich gut überlegen, ob man der SZ drei tolle Fotos schenkt, mit denen der Verlag machen kann, was er will. Zum Beispiel eine schöne Fotostrecke im SZ-Magazin, oder ein eine tolle, farbenfrohe Bebilderung des Ergeignis im nächsten Jahr. Oder eine schöne Web-Bildergalerie. Oder, oder, oder. In jedem Fall aber ohne Honorar – schon gar nicht für die Profi-Fotografen, die ansonten ja für die schönen Bilder in der Süddeutschen zuständig sind. Die, so steht es in dieser Ausschreibung, dürfen ja nicht mitmachen. Vermutlich, weil sie so nicht mit sich umspringen lassen würden.
Also Leserfotos finde ich super – und auch zur Veröffentlichung. Aber das würde ich auf jeden Fall enger fassen (z.B. “die im Rahmen dieses Wettbewerbs veröffentlicht werden dürfen) oder zumindest das gesparte Honorar spenden oder sonstwas. So, finde ich, klingt das nach Ausbeutung…
Na ja, vermutlich machen das alle Verlage schon seit Jahrzehnten und immer so. Es ist mir nur nicht aufgefallen…