Süddeutsche: “Anleitung zum brutalen Verhör”

April 18, 2009

Wirklich bemerkenswert: Auf Seite 9 der Süddeutschen Zeitung steht heute (18. April 2009) ein “Servicekasten” mit der Überschrift “Anleitung zum brutalen Verhör” – nicht in Anführungszeichen sondern einfach so. Da wird hinreichend detailliert erklärt, wie man Gefangene foltert. Waterboarding, Walling, Schlafentzug oder wie man einen zu Verhörenden optimal ins Gesicht schlägt. Jeder, der in welchem Umfeld auch immer, mal wieder so richtig jemandem wehtuen möchte, erhält dort Fakten, Fakten, Fakten.

SELBSTVERSTÄNDLICH ist das nur ein Auszug aus einem Memorandum der Bush-Regierung und NATÜRLICH wird das “nur” dokumentiert. Aber ist es wirklich notwendig, dass man die Fallhöhe des Wassers beim Waterboarding “dokumentiert”? Ist die Anleitung zur besonderen Folter von Gefangenen mit Insektenangst tatsächlich eine Information? Nein, denke ich. Das ist ganz billiger, sensationslüsterner Journalismus. Ich will ja gar nicht sehen, wie die Bildzeitung damit umgeht. Aber dass dies so in einer “Qualitätszeitung” steht, macht es nicht besser.

So ist das wohl: Während einige Schweden in den Knast wandern, weil sie digitalen Zugang zu urheberrechtlich geschützten Dateien vermittelt haben, wird die Veröffentlichung von Foltermethoden auf Papier als Qualitätsjournalismus getarnt.

Das finde ich, mit Verlaub gesagt, zum kotzen. Und das musste ich kurz mal los werden.

Könnte passen:

  1. Creative Commons: Anleitung + ein Hinweis auf Google

Eric Kubitz ist auch auf Google+ und Twitter Twitter.

  • http://chip.de Sebs

    Also ..

    1. Sehe ich da den Zusammenhang zu den Schweden nicht.
    und
    2. Ist es halt die brutale, harte Wahrheit. Finde ich schon i.O.

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