Mein neuer Kindle...
Gestern habe ich mich dabei erwischt, wie ich schon am frühen Abend vor dem Holzofen saß und ein Buch gelesen habe. Die Umstände dafür waren, nun ja, optimal: Draußen kalt, Familie unterwegs und ein gutes Buch auf dem Kindle (“In Zeiten des abnehmenden Lichts”, Eugen Ruge).
Ja, richtig gelesen, ich probiere seit einigen Tagen, wie sich Bücher anfühlen und lesen lassen, wenn sie digital via WLAN auf den eBook-Reader von Amazon
gerutscht sind. Erstes Ergebnis: Super mit Einschränkung. Ich lese definitiv mehr als vorher, was aber auch ein typischer Nerd-Effekt sein könnte: Spielkind hat neues Spielzeug und spielt damit ein paar Tage oder Wochen begeistert und schmeißt es dann ins Eck. Mal sehen. Für alle Unentschiedene hier eine Liste, was den Kindle (übrigens, entschied ich mich für die aktuelle 99-Euro-Variante ohne Farbe und ohne Tastatur) vom Buch unterscheidet:
- Der Kindle ist dünner und leichter als jedes Taschenbuch, sehr angenehm. Auch, dass man die Seiten nicht mit Gewalt aufhalten muss, oder den Buchrücken knicken, ist sehr angenehm. Und auf Reisen: perfekt!
- Der eBook-Reader ist aber NICHT (und das hat mich überrascht) heller als eine Buchseite. Eher sogar etwas dunkler. Man braucht also unbedingt Licht zum lesen, ebensoviel wie vorher. Dafür ist er auch bei praller Sonne prima lesbar.
- Die Formatierung der Seiten lässt sich etwas anpassen (z.B. Größe der Schrift) - aber die Typo und das Satzbild sind weit von den teilweise opulenten Hardcover-Edelbüchern entfernt. Stilistisch gesehen, liest man immer ein Taschenbuch. Das muss einem halt klar sein.
- Recht einfach kann man sich beliebige Textdateien auf den Kindle laden. Dazu braucht man ein Textfile (.txt) und schickt dies an eine Amazon-Adresse von wo es dann per WLAN auf den Kindle zurück geschickt wird. Man kann also etwa die guten Klassiker vom Gutenberg-Projekt schnell mal auf das eBook laden – und sogar lesen. Die Übertragung von PDF-Daten ist völliger Quatsch, da diese zu klein dargestellt werden.
- Es lassen sich Zitate speichern und Bemerkungen in Büchern hinterlassen. Bemerkungen sind ohne Tastatur reine Folter. Aber Zitate zu speichern (es ist immer gut, eine schöne Zitatsammlung zu haben. Das lässt einen klug scheinen…) geht leicht.
- Die Verwaltung der Kindle-Bibliothek auf dem Gerät ist, naja, o.k.. Nicht schön, aber fast schon intuitiv. Die Verwaltung der Dokumente auf Amazon funktioniert auch gut. Nicht alles leuchtet sofort ein, aber wie auch? Das ist ja eine neue Geräteklasse…
- Echter Nachteil: Gute Bücher habe ich immer gerne an andere weiter gegeben. Das geht per Kindle nicht. Man kann jedes Buch einmal für zwei Wochen verleihen. Eine völlig dämliche Regel die weder praxistauglich noch ausreichend ist.
Der Kindle hat sich so schnell wie kein anderes Gerät bisher in mein tägliches Leben geschmeichelt. Aber das ändert auch nichts an der Tatsache, dass ich auch weiterhin gute Gründe habe, Bücher zu kaufen. Diese Papier-Klötze sind halt doch nicht tot zu bekommen!
Kleine Zubehör-Liste:
- Ein Netzteil wird zwar angeboten – aber wer hin und wieder in die Nähe eines Rechners kommt, wird das nicht brauchen sondern lädt seinen Kindle per USB auf.
- Eine Hülle ist sinnvoll, ich habe mir die von Marware
bestellt und bin zufrieden. - Eine kleine Lampe zum Anstecken werde ich mir evtl. noch besorgen. Oder vielleicht auch nicht…
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