Persönliches Reputationmangement via Google Profile?
by Eric Kubitz on April 22, 2009
in Internet
In einem offiziellen Blogpost beschreibt ein Googler zwischen den Zeilen, was die Suchmaschine irgendwann für uns – neben der wichtigsten Informationsquelle – sein möchte: Visitenkarte und Reputationsmanagement.
Der Softwareentwicker Brian Stoler beschreibt hier nämlich die Lösung für ein recht einfaches Problem: Wenn wir nach uns selber googeln, finden wir auch Dinge, von denen wir nicht wollen, dass sie andere finden. Vielleicht einen peinlichen Twitter-Account, uralte Seiten in derem Impressum wir stehen oder gar jemanden mit dem gleichen Namen. Klar.
Die “schlechten” Suchergebnisse bekommen wir nicht weg – aber wir könnten natnürlich versuchen, gewollte Suchergebnisse nach oben zu optimieren. Eine Lösung aus dem Dilemma möchten Dienste wie Myon-ID bieten: Hier lege ich eine weitere Seite über mich an und kann dort detailliert darstellen, welche Dinge im Internet ich über mich korrekt finde und welche nicht. Das Problem: Damit das jemand sieht, muss dieses weitere Profil, in dem das alles steht, unter meinem Namen auf Platz eins stehen – sonst macht das ja keinen Sinn. Aber, ist das machbar und/oder klug? Irgendwie nicht.
Und da kommt jetzt Google ins Spiel: Für die Suchmaschine selbst ist es natürlich KEIN PROBLEM bestimmte Suchergebnisse oben, unten, rechts oder links einzublenden. Und weil die Datensammler ja ohnehin gerne alle Daten sammeln möchten, machen sie daraus ein technisch cleveres Konzept: “Um dir größere Kontrolle darüber zu geben, was Leute finden die nach deinem Namen suchen, haben wir angefangen die Google-Profile unten auf den U.S. Namen-Suchergebnisseiten anzuzueigen,” schreibt Brian Stoler und zeigt das:

Mit anderen Worten ganz einfach: “Leute füllt eure Profile sauber und schön aus, da diese irgendwann das sein werden, was die Leute über euch finden.” Hier kommen dann alle Links zu meinen Twitter-, Facebook- und Sonstwie-Profilen drauf. Ich dokumentiere mein Leben, steche eine Stecknadel in Googles Maps und irgendwann kann ich hier auch meine Picassa-Bilder einblenden. Dann ist zwar Google nicht gleich Facebook (der Zug dürfte abgefahren sein) aber die Suchmaschine ist noch wichtiger für alle geworden, weil sie so zum Aggregator aller Netzwerke wird. Am Ende wird der Google Profile Datensatz auch syndizierbar werden und ich brauche nur noch hier meine Daten zu ändern um einen neuen Wohnort überall zu publizieren. Alles ganz easy, alles mit nützlichem Ziel – aber irgendwie beängstigend. Oder?
Technisch gesehen, eine clevere Lösung. Aber ich muss schon sagen, dass mir das Unbehangen verursacht: Weil alle Menschen auf Google suchen, bietet mir Google an, mich so darzustellen wie ich möchte und schmeißt dafür auch die Suchergebnisse um. Für manche wird das auch ein bisschen nach digitaler Monopolisierung muffeln…
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