Mensch: Mr. Know-it-all Simon Pulsifer
Warum macht der das? Der Kanadier Simon Pulsiver hat keine Freundin, wohnt mit 24 Jahren noch bei seinen Eltern und treibt keinen Sport. Hobbys? Ja, schon: Wikipedia. Der Autor mit dem Pseudonym “SimonP” ist der König der freien Ensyklopädie. Er hat alle Sternchen auf seiner Userseite gesammelt, die man als hart arbeitender Nerd (und mit dieser Bezeichnung ist er einverstanden) haben kann.
Seit seinem ersten Wikipedia-Artikel (über den Panama-Kanal) am 10. Dezember 2001 hat er 3000 weitere Eigenbeiträge geschrieben und mehr al 72 000 weitere Artikel erweitert, verbessert, überarbeitet. 72 000 Artikel. WOW. Und das bei hoher Qualität. Wikipedia-Sprecher Wane Seawyc: “Von SimonP stammen nicht nur die meisten Einträge, sondern sie sind auch von höchster Qualität.”
Es scheint, dass in der Wikipedia-Community Streber ein anderes Ansehen haben, als früher in der Schule.
Also: Warum macht Pulsifer das? Warum hat er zeitweise mehr als zehn Stunden am Tag vor dem Rechner gesessen und hat die Artikel anderer Menschen überarbeitet? Warum verzichtet er auf all das, was ein 20jähriger Geschichtsstudent in Kanda sonst so treibt? “Es ist wichtig, dass die Menschen auf der Welt Zugang zu freier, genauer und unbeeinflusster Information haben. Wikipedia versucht, dies anzubieten - und das ist ein ehrenhaftes und herrliches Ziel”, sagt Pulsifer. Natürlich ist Ruhm auch ein Antrieb. Er findet es “faszinieren, dass Millionen sofort lesen können, was ich geschrieben habe.”
Pulsifers Themen sind vor allem Geografie und natürlich Geschichte. Jetzt will er sich verstärkt auf Afrika konzentrieren - um diesen Kontinent zu aktivieren. Denn immer noch sind die meisten Wikipedianer wie er: Anfang 20, weiß, männlich, gut gebildet und westlich.
Aber er hat nur noch zwei Stunden am Tag für Wikipedia. Denn hauptberuflich ist er als Wahlhelfer für einen kanadischen Politiker im Einsatz. Deshalb ist er in der Wikipedia-Statistik derzeit auch nicht die Nummer 1 (Hinweis: die ersten Plätze müssten Robots sein…).
Dabei gäbe es noch so viel zu tun: “Überall wo du hinschaust muss noch mehr geschrieben werden,” ist sein Fazit über den aktuellen Stand der freien Enzyklopädie. Ja, und auch in seinem Privatleben könnte es Verbessungen geben, meint der 24jährige: “Ich möchte eine Freundin haben und nicht mehr bei den Eltern wohnen.” Dafür, Simon, wünsche ich dir alles Gute!

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