Live-Shopping ein Erfolgsmodell? Nicht wirklich…

Drüben, bei Exciting Commerce, habe ich wieder mal ein begeistertes Posting über Live-Shopping gelesen. Jochen Krisch kennt seinen Markt und zählt darin und in einen anderen Posting gewohnt kompetent einige Erfolgsmeldungen auf:

  • Gerade wurde die 25. Live-Shopping-Plattform in Deutschland gelauncht,
  • allein im Januar/Februar gingen 5 Woot-Kopien online,
  • im März gab es den dritten Anbieter, der schon ein Jahr alt war,
  • es könnten in Deutschland 50 Live-Shopper werden - in den USA gibt es “schon” 61,
  • für 2009 wird ein Umsatz aller Anbieter auf 50-100 Millionen möglich sein,
  • in diesem Jahr schätzt Exciting Commerce den Umsatz auf 15-20 Millionen Euro,
  • es gibt Anbieter, die machen bis zu 40.000 Euro Umsatz pro Tag.

Also ein paar Thesen von mir dagegen:

  • Wenn sich in einem Jahr knapp 25 Anbieter gegenseitig kopieren, ist das kein Erfolgsmodell sondern Einfallslosigkeit,
  • wenn die ersten drei Anbieter ein Jahr alt sind, ist das noch kein Markt sondern in besten Fall ein Hype,
  • ein Umsatz von 20 Millionen Euro (Handelsumsatz) wirft schätzungsweise nicht mehr als 5-10 % Marge ab - den Rest bekommen die Hersteller. Bleiben in diesem Jahr also 1-2 Millionen Euro Einnahmen für 25 Startups - das ist nicht viel, selbst wenn es begeisterte Investoren gibt
  • und wenn es in Deutschland 25 Anbieter gibt während es in den USA 61 sind, ist das Thema bei uns verhältnismäßig etwa doppelt so gehypt wie in den USA, da dies bekanntlich ein deutlich größeres Land ist.

Kann sein, dass ich da irgendwas falsch dargestellt habe, weil mich das Thema Live-Shopping noch niemals so richtig interessiert hat. Aber aus der Entfernung würde ich sagen, dass das viel zu viel Hype ist und dieses Startup-Gewusel nicht sehr glücklich enden kann. Klar, dass dies ein gutes Erweiterungs-Tool für “normale” Online-Shops werden kann (vermutich war Cyberport einfach zu früh dran) - aber an ein Stand-Alone-Anbieter glaubt doch keiner wirklich, oder?

Einen Eindruck, dass das Thema gar nicht soooo ein Erfolgsmodell ist, habe ich dann auch gleich auf der Seite eines der schon lang gedienten Live-Shoppers (den Namen sage ich mal lieber nicht) gesehen. Schaut euch das Bild an und jeder soll sich selber sein Bild über die Verzweiflung machen, mit der hier für Google optimiert wird (siehe Beschreibungstext unten) - ohne, dass das wirklich geht:

live-shoppiing

  1. 6 Responses to “Live-Shopping ein Erfolgsmodell? Nicht wirklich…”

  2. By dieMelanie on Mai 7, 2008

    Als jemand, der sich auch jeden Tag tolle neue Produktbeschreibungen ausdenken muss, würde ich bei diesen scheinbaren SEO-Texten allerdings eher vermuten, dass hier ein Texter verzweifelt um eine Inspiration gerungen hat.

    Wenn man das zehnte Mal etwas Originelles zum Thema MP3-Player schreiben soll, gehen einem irgendwann die Ideen aus :-)…

  3. By eric kubitz on Mai 7, 2008

    Na Melanie, das glaube ich nicht (und du ja auch nicht).
    Wir wissen doch beide, dass er gar nichts Originelles schreiben müsste sondern ein paar Keywords in Sätze verpacken. Oder?

    Und mit ein bisschen mehr Aufwand bekommt man ja sogar so schöne Backlinks wie auf meiner Seite hier ;-)

  4. By DieMelanie on Mai 7, 2008

    Naja, aber Texte die auf der Homepage täglich wechseln, haben bei den Suchmaschinen auch nicht gerade den Supererfolg… So langfristig gesehen.

  5. By eric kubitz on Mai 8, 2008

    Nun, dafür gäbe es ja schon Mittel und Wege. Man muss sich halt überlegen, was man will, wen man anspricht und dann auch mal etwas kreativ sein…

  1. 2 Trackback(s)

  2. Mai 7, 2008: Live-Shopping, kein Erfolgsmodell? | Webregard - Watch the Web
  3. Mai 8, 2008: 2 frische Live-Shopping Plattformen: Fashionaire und Damagi ||| Handelskraft |||

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