Zum Start des heutigen Tages auf der Dmexco gibt es ein Panel zu einem Thema, das mich eigentlich seit gestern Morgen, dem Start der Kölner Messe, beschäftigt: “Isefficiencycreativeoriscreativityefficent?”, also dem Spannungsfeld zwischen Kreativität und Messbarkeit. Warum interessant? Technologie und Messbarkeit im Web ermöglichen extrem genaues Targeting, Analysieren und Planungen für den Einsatz von Budgets. Aber wie genau kann bzw. sollte überhaupt gemessen werden? Gibt es den Punkt, wo die Messbarkeit dem Nutzen im Wege steht? Und, ja, bei all meiner Liebe zu Zahlen sind wir mittlerweile auf einem technologischen Stand, der uns die Entscheidng abnötigt, wie viel wir messen *wollen* und nicht mehr, wie viel wir messen *können*.
Ein nettes, praktisches Beispiel: Gestern Abend hatte ich auf der TRG Party das Vergnügen, mit einem Online-Manager einer Werbeagentur zu sprechen. Diese hatte neulich von einem Kunden den Auftrag, AdWords in einer Kampagne zu schalten. Der AdWords-Etat lag bei sage und schreibe 250 Euo. Dafür könnte man auch in einer Tageszeitung eine kleine Anzeige schalten und darüber grübeln, wie sie ankommt. Im Web ist das anders: Der Kollege machte eine kleine Keyword-Recherche, formulierte die Anzeige, buchte die Keywords optimal ein und erstellte ein Reporting. Rechnung an den Kunden so etwa um 500 €. Alle Ziele waren erfüllt, der Kunde erhielt 400 Kontakte und musste dann selber schauen, was er mit diesen tut.
Wir haben darüber natürlich auch viel gegrinst, wenn auch etwas säuerlich. Denn, mal ehrlich: Hätte der Kollege die Möglichkeit gehabt, die “gefühlt” besten Keywords einzubuchen und hätte er nur mit Standard-Reportings gearbeitet, wären möglicherweise 400 € in die Kampagne und 100 € in den Overhead geflossen.
Und? Wäre das sinnvoller gewesen?
Das hängt wohl davon ab, wie hoch das Vertrauen des Kunden zu dem Werbeagentur-Kollegen bzw. überhaupt in dieses Internet-Ding ist. Bei der Mini-Anzeige in der Tageszeitung hätte er eh keine andere Möglichkeit gehabt. Und, hey, DIESER Kunde steckt noch viel, viel mehr Geld in Printmedien als in Online. Definitiv.
Ich will damit nicht sagen, dass wir eher bauchgesteuert die Etats verprassen sollten. Aber es gibt Beispiele, wo man schon mal “gefühlte” Entscheidungen treffen darf. Sonst agiert man ja ständig im Mainstream. Ohne Experimente geht es in einem Entwicklungsfeld wie dem Internet ja wohl nicht. Oder?
So, sorry, dass ich jetzt nicht über dieses Panel berichtet habe. Aber ich habe gerade den Anruf von Peter Ambrozy von eDelight bekommen – wir treffen uns jetzt auf einen Kaffee. Das macht sicher mehr Spaß
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