Feb
9
Google macht mit “Buzz” den Apple iPad
Von Eric Kubitz, gespeichert in Internet
Nun, also. “Buzz”. Hmmm. Während Google noch bei Wave wie Google agierte (langer Beta-Test mit vielen Einladungen und ‘ner Menge Screenshots und dementsprechend Diskussionen darum) – macht Google jetzt den “Buzz” (deutsch: Aufregung, Verwirrung, Klatsch u.s.w.) und damit ein Geheimprojekt mit schneller Veröffentlichung nach einer pseudogeheimen Pressekonferenz.
Heute im Laufe des Tages gab es Meldungen von einem neuen Produkt aus dem Hause Google, mit einer Pressekonferenz auf YouTube, die nur Journalisten besuchen sollen (ja, ja) und dass es um einen Rivalen zu Twitter und Facebook geben soll.
Während ich also die Pressekonferenz verpasste, habe ich kurz darüber nachgedacht, ob man evtl. Wave neues Leben einhauchen will. Irgendwie ist das ja versandet. Google hätte ja Wave in Googlemail integrieren und nach außen öffnen können. Nur so als Idee…
Aber nein, es gibt was Neues, na ja fast. Buzz ist so ziemlich genau das, was man sich nach den Ankündigungen darunter vorgestellt hat, was aber gerade deshalb enttäuscht und verunsichert. Deshalb mein Vergleich oben zu Apple und dem iPad. Buzz sieht etwa so aus:

Der Dienst ist integriert in Googlemail und frisst nicht nur 140 Zeichen wie Twitter sondern Text ohne Ende, Bilder und Videos. Es gibt eine Rechteverwaltung, mit der ich meinen Feed nur bestimmten Menschen aber auch der ganzen Menschheit zugänglich machen kann. Es lässt sich verbinden mit Picassa, Flickr, Google Reader und (die einzige Nicht-Google-Applikation) Twitter. Die Einträge können kommentiert werden. Von facebook ist aber keine Rede…
Man kann auch Freunde aus dem Adressbuch direkt auf einen Buzz einladen, hier kommt die Googlemail-Einbindung zunutze. Und es gibt wohl auch gleich eine mobile Anwendung – natürlich nicht als App sondern als Website, erreichbar über die (ziemlich gute) Googlemail-Mobil-Seite.
Und, jetzt? Klingt eigentlich gut – aber sieht auch ein wenig nach hektischem Produktlaunch aus: Die Seiten zum Anmelden sind fehlerhaft (jedenfalls verschiedene Links darauf) und der Benutzeroberfläche fehlt das googletypische Layout. Da hat man sich nicht viel Mühe gegeben.
Immerhin, es gibt schon eine umfangreiche API-Seite, damit externe Programme darauf zugreifen können. Aber hierbei handelt es sich wohl zunächst eher um das Lesen des Feeds als um das Schreiben. Offenbar wird Buzz zunächst nur aus Googlemail heraus gefüllt werden können. Eine schlechte Idee…
Egal, wir testen das erstmal – wie jeden Google-Dienst. Ist ja nicht gleich so teuer wie ein iPad…
Ergänzung: Hab grad auf turi2 gelesen, dass Google-Produktmanager Todd Jackson meinte, dass man dafür sorgen werde, dass “only the good stuff” gezeigt wird. “Wichtige” Inhalte oben, unwichtige Nachrichten weiter unten. Hier will also die Suchmaschine meinen Feed sortieren. Eine krasse Idee, die meiner Ansicht nach, verdammt schlecht ist!
Verwandte Artikel
