ACHTUNG! Tracking mit Google Analytics und eTracker

Wie deutsch ist das denn wieder? In der Internet World Business lese ich über eine Studie, in der über 600 000 Seiten auf ihre Tracking-Praxis hin untersucht wurden. Und siehe da: Viele verwenden Google Analytics und eTracker und zwar HEIMLICH. Wahnsinn.

Man muss sich mal vorstellen, wie viel kriminelle Energie in den 14 000 Unternehmen und Gemeinden (wieso haben die eigentlich 655 000 Seiten gebaut, wurde da jede Seite extra gezählt?) steckt: Die wollen Statistiken darüber, was die Besucher auf ihrer Seite machen. DAS ist der Hammer.

Im Ernst: Das ist mal wieder ein Ausfluss dieser Tracking-Debatte. Hintergrund ist, dass bei diesen und anderen Tools der Weg des Users durch die Webseite gespeichert wird - und zwar zusammen mit seiner IP-Adresse. WENN man also möchte und WENN man vom Provider, der dem User die IP-Adresse gegeben hat, den Namen des Users bekommt, DANN weiß man was Klaus Mustermann auf der Seite gemacht hat. Und, na ja, eigentlich müsste man ihn VORHER darüber belehren das man solche Daten sammelt - also bevor die Homepage geladen wird. (Dann hätten wir auch keine Schwierigkeiten mehr mit Google, weil die Robots dann immer draußen bleiben…)

Aber, hey: Was wäre, wenn alle keine Informationen zu den IP-Adressen mehr speichern würden?

  • Die Besucherströme auf den Webseiten blieben unbekannt - die Seiten dadurch schwerer zu optimieren.
  • Die Banner würden häufiger und heftiger aufschlagen. Denn gängige Praxis ist, dass die AdServer den Usern immer nur bei jedem x-ten Seitenaufruf einen fetten Banner zeigt. Aber dazu muss das ja getrackt werden.
  • Die Spambekämpfung bei Blogs und in Foren wäre so nicht mehr machbar.

Das mal nur als spontane Liste. Und, äh, was war noch mal konkret die Gefahr?

Ach ja, dass man möglicherweise bestehende Gesetze verletzt. Na, dann werde ich hiermit bekannt geben: Ich tracke auf meiner Seite den Traffic mit Google Analytics UND mit eTracker. Und wer Angst hat, dass ich ihm nachspüre und seiner Familie erzähle, welche Seiten er bei mir aufgerufen hat, möge verschwinden. Tschüß.

P.s.: Im Gegensatz zur Internet World Business - wo es ja keine Referenz-Links gibt - habe ich euch den Link zur Studie bei der Xamit Bewertungsgesellschaft rausgesucht. Hier. Dort wird übrigens auch erklärt, wie man ganz praktisch damit umgeht. Eigentlich recht spannend.