5 Gründe warum Wolfram Alpha eigentlich Mist ist

by Eric Kubitz on Mai 18, 2009

in Internet

Die Kurve unten zeigt die Aufmerksamkeit, die Wolfram Alpha in den vergangenen Wochen erzeugt hat (in Form von Suchanfragen bei Google). Das trifft auch etwa meine Wahrnehmung. Jetzt schaut die Welt ernüchtert auf den “Googlekiller” und stellt sich die Frage, was man denn damit anfangen könnte. Hier die 5 wichtigsten Gründe, warum die Suchmaschine eine Enttäuschung ist.

  1. Der Kernspruch und das Ziel von Wolfram Alpha ist “Making the world’s knowledge computerable”. Aber das ist ja gar kein Ziel, jedenfalls nicht, wenn man ein Produkt für Menschen machen möchte. Wenn Wissen in Computer passt, dann heißt es nicht, dass die User etwas davon haben.
    Merke: Nicht alles, was machbar ist, ist auch sinnvoll.
  2. Nur zu gerne hat sich Wolfram Alpha das Prädikat “Googlekiller” gefallen lassen. Das Problem dabei: Extrem hohe Erwartungen.
    Merke: Fordere nur die heraus, gegen die du eine Chance hast.
  3. Wolfram Alpha zeigt Antworten. Und zwar wird das Web durchsucht, die gefunden Inhalte weden aufgearbeitet und dann hübsch angezeigt. Doch: Woher kommen diese Informationen? Es gibt einen kleinen Link, der die Credits aufzählt. Das Problem: Ich finde z.B. bei der Einwohnerzahl von Bad Tölz eine Zahl, die nicht stimmt. Da ich nicht sofort sehe, von welcher Quelle das falsch übernommen wurde (und von wann die Zahl ist) werde ich auch jede weitere Informationen von Wolfram Alpha in Frage stellen. Die Suchmaschine hat damit mein Vertrauen verloren – und damit mich als Besucher. Merke: Wer Informationen extrem vereinfacht, spielt mit dem Vertrauen der Benutzer.
  4. Die Datenbasis steht meiner Meinung nach auf wackligen Beinen. Denn die Quellen bekommen keinen Klick und nicht mal einen angemessenen Credit – im Gegensatz zu Google. Mir ist nicht klar, wie der Deal zwischen den Quellen/Datenbanken und Wolfram Alpha läuft – aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das auf Dauer so möglich ist – ohne dass die Informationslieferanten etwas davon haben. Hier fehlt möglicherweise das Geschäftsmodell…
  5. Wer  nicht gerade nach der Eulerschen Zahl oder der Geschwindigkeit von Protonen sucht, der erhält teilweise unfassbar banale Ergebnisse. Schaut euch mal die Suche Nach Barrack Obama an. Was soll das?

wolfram-alpha-1

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{ 4 comments }

Frederic Mai 18, 2009 um 8:09 am

Problem: Alpha durchsucht nicht das Internet – nur Datenbanken, von denen viele nicht direkt übers Netz zu erreichen sind. Quellen stehen unten unter 'sources'. Punkt 3 und 4 machen da also wenig Sinn.

Was den 'Google Killer' angeht, da hat Wolfram nun wirklich versucht die Leute davon zu uberzeugen das Alpha und Alpha nichts miteinander zu tun haben. Da ist dann schon die Presse Sshuld.

eric108 Mai 18, 2009 um 8:17 am

@Frederic: Natürlich zweifle ich an den Quellen, wenn ich ein falsches Ergebnis bekomme – und nicht genau weiß wo das genau wann stand. Da ist es mir eigentlich egal, ob diese Datenbanken nicht direkt übers Netz zu erreichen sind.
Und den Hype hat Wolfram Alpha nun schon in Kauf genommen und auch sehr virtuos gespielt…
Das mit den Verlagen ist korrekt – ich werde das auch gleich mal ändern. Da bin ich übers Ziel hinaus geschossen.

Bertram Simon Mai 18, 2009 um 10:45 am

Google ist eine seit über 10 Jahren täglich optimierte Suchmaschine. WolframAlpha ist ein Prototyp, der gerade erst veröffentlich wurde. Natürlich hat WolframAlpha noch nicht den umfassenden Datenstamm von Google integriert. Ich finde den grundsätzlichen Gedanken und auch die Umsetzung sehr beeindruckend.

Ich will mal bei den positiven Punkten bleiben:

1. Ich finde den Zeitstrahl eine sehr gute Idee.
2. Ich finde den Export als PDF eine sehr gute Idee.
3. Ich finde die grafische Aufbereitung der Daten gelungen.
4. Ich finde es gut, wenn eine Suchmaschine sich das Ziel setzt, die gewünschten Daten errechnet und nicht nur per Stochastik auf andere Websites verweist.

WolframAlpha sollte nie ein Google-Killer sein. Wikipedia ist schließlich auch kein Google-Killer.

Freddy Juni 1, 2009 um 9:17 am

Cool, deine Vorstellungen der verschiedenen Suchmaschienen (Kommentar gilt auch für die weiteren Artikel wie “Bringt's Mageleo” oder “Hulbee: mal ne nette Suchmaschine”.)

Ich hätte es aber besser gefunden, wenn du etwas umfangreicher über deine Erfahrungen und ggf konkrete Tests berichtet hättest. Dann müsste ich nicht alles selbst ausprobieren :-)

Kann ja noch kommen! Vielleicht ein abschließender Test :-) Sonst super, nett zu lesender Blog!

LG

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