Jun
14
Mobilfunkbranche gegen Apple
Von Eric Kubitz, gespeichert in Home Office
Irgendwie hat es Steve Jobs geschafft mit iTunes und iPhone einer ganzen Branche Angst einzujagen. Die FTD berichtet heute, dass sich die Handy-Dickschiffe (Nokia, Sony Ericsson, Motorola und Samsung) sowie 30 Mobilfunkbetreiber und die vier Musikverlage sowie einige unabhängige Verlage ziemlich bald den Musikdienst “Musicstation” für Musik auf dem Handy etablieren wollen. Hintergrund: Das iPhone soll auch recht einfach Musik aus iTunes abspielen können.
Das ist doch eine Lachplatte!
Und für diese Aussage habe ich gleich eine Reihe von Gründen:
- Ersten kenne ich keine vernünftige Kooperation zwischen den Handy-Herstellern die geklappt hat. Alle Betriebssystem-, Übertragungssstandard- und sonstigen fett angekündigten Kooperationen sind im besten Fall als Bettvorleger gelandet. Im schlechteren Fall haben sie den Kunden eine Menge Geld für neue Technik abgerungen – die dann ohne Inhalte blieb.
- Zweitens gilt das auch für alle mir bekannten Kooperationen der Musik-Oligopolisten. Das wievielte Musikportal ist das jetzt, was die planen?
- Drittens ist Musik auf dem Handy Murks. Ein Handy ist ein Handy. Und wenn ich damit per Kopfhörer Musik hören möchte weil es auch einen Speicherchip und einen MP3-Player hat, ist es eine von mehreren Abspielstationen für die Musik, die ich auch irgendwo anders haben will. Welcher Kunde hat denn gesagt, dass er mit seinem Telefon Musik auswählen (!), kaufen und hören will?
- Viertens erinnert mich das an die Zeit, als Tschibo & Co die ersten großen Erfolge mit Klamotten und Schlauchbooten hatte. Irgendwann hatte der restliche Einzehandel die Schnauze voll, hat “den Kaffeeröstern den Krieg erklärt” und Kaffee in der Boutique und zwischen Bücherstapeln verkauft. Tschibo verkauft immer noch Schlauchboot und Unterhosen – Kaffee beim Hosenhändler habe ich schon lange nicht gesehen.
- Fünftens soll der Dienst noch vor dem iPhone kommen – aber die Hersteller Nokia und Samsung haben gerade erst angekündigt, dass sie nun mit der Produktion von Mobiltelefonen starten, die bereits mit Software für den Zugriff auf Musicstation ausgestattet sind. Wer weiß, wie lange die Produktionszyklen in dieser Branche sind und wie tot ein Dienst ist, der mit einer handgestrickten Beta-Version auf den Handys arbeiten muss, wird wohl sagen, dass das ein echt mieses Projektmanagement ist.
Will ich damit sagen, dass das iPhone, das am 29. Juni auf den Markt kommt, ein Erfolg wird und Steve Jobs die Weltmacht erlangt? Nö, darüber mache ich mir keine großen Gedanken. Apple hat mich immer wieder überrascht und ich werde hier lieber keine Prognose abgeben.
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daniel
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Nicolas Kübler
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eric108
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