Hardware für das Home-Office: Speicherserver
Kurze Einführung: Da ich mich immer wieder in technische Anschafungs-Fragen einarbeiten muss, lerne ich auch in Sachen Hardware immer wieder dazu. Deshalb stelle ich euch hin und wieder die für mein Homeoffice neu angeschaffte Hardware vor, nenne die Gründe dafür und die ersten Erfahrungen damit. Ich hoffe, das hilft euch.
Den Anfang mache ich mit nicht mit einem putzigen, mobilen oder sonstwie chicken Gadget - sondern mit einen eher trögen Thema, in dem aber eine Menge emotionales Potential steckt: Ein Speicherserver. Wer dabei kräft gähnt, sollte sich zumindest den nächsten Absatz noch durch lesen.
Zwei gute Gründe haben mich diese wirklich große Investition machen lassen: Erstens war meine 120 GB große externe Festplatte, auf der ich meine Daten sichere, voll. Ebenso die 300-GB-Festplatte meiner Frau. Sie fotografiert viel, digital und professionell und will damit in absehbarer Zeit auch nicht aufhören. Und zweitens hatte ich ein ungutes Gefühl, auf einem 80-Euro-Speicherteil mein komplettes digitales Leben “sicher zu stellen”. Und meine Kunden wird es wohl ziemlich ärgern, wenn irgendwann Ihre Daten weg sind weil ich kein vernünftiges Speichermdedium einsetze. CD-Roms oder DVDs “wegschreiben” geht schon lange nicht mehr - weil ich so viel Zeit einfach nicht habe.
Es musste also eine große Lösung her - und zwar nicht nur wegen der Speicherkapazität sondern hinsichtlich der Ausfallsicherheit. Wer sich in diesem Zudammenhang mit dem Begriff RAID auseinander setzen möchte, kann dies auf Wikipedia tun. Ich kann dazu - ganz populärwissenschaftlich - zur sagen, dass es bei RAID darum geht, mehrere Festplatten so zu verbinden, dass sie entweder schnell miteinander arbeiten - oder sich gegenseitig sichern. “RAID 0″ etwa verdoppelt und beschleunigt zwei zusammengeschlossene Festplatten - fällt aber eine aus, sind alle Daten weg. “RAID 1″ ist das sogenannte Mirroring. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten noch auf der zweiten. Allerdings hat man dadurch nur die Kapazität einer Platte. Bei “RAID 5″ werden mehrere Festplatten so zusammen geschlossen, dass ein Teil der Gesamtkapazität für die Speicherung verloren geht - die Daten aber komplett wiederhergestellt werden können wenn eine Platte ausfällt. Habe ich z.B. vier Festplatten mit je 500 Megabyte, kann ich über RAID 5 insgesamt 1,5 Terrabyte Daten speichern. Das ist echtes Wort - oder?
So, und das ist auch so ziemlich die größte Kapazität, die ich finden konnte. Und zwar auf auf dem TerraStation Home Server von Buffalo. ARGHHH: Der kostet bei Amazon, Computeruniverse & Co so um die 1200 Euro. Es gibt auch deutlich kleinere Lösungen für weniger Geld. Aber - ehrlich gesagt - habe ich keine Lust mir in einem Jahr den nächsten Server zu kaufen.

Also: Das Ding ist kleiner als ich dachte, aber ganz schön schwer. Immerhin ist die Lüftung o.k. und brummt nicht so arg laut. In unserem Arbeitszimmer ist es dadurch also nicht wesentlich lauter geworden. Außerdem gibt es auch clevere Ein- und Abschaltmechanismen - so, dass die Kiste halt nur dann hoch fährt, wenn ich sie brauche. Das gefällt mir wirklich gut. Ich weiß, übrigens, dass das Foto sch… ist - aber meine Frau ist grad nicht zum Fotografieren in der Nähe. Zum Größenvergleich: Der graue Kasten auf der Station ist eine normalgroße USB-Festplatte.
Supereinfach fand ich die Installation. Ein Netzwerk vorausgesetzt (ihr braucht also also z.B. einen DSL-Router mit LAN-Funktion oder einen kleinen Hub für ein paar Euro und funktioniert Plug and Play) muss die TerraStation einfach nur eingesteckt werden und wird über eine kleine zu installierende Software auf dem Notebook gesucht und gefunden. Alles weitere erfolgt per Webbrowser und das Menü (siehe Screensho) ist nahezu selbsterklärend.
Beigelegt ist auch eine Sicherungssoftware. Die habe ich noch nicht installiert - aber ich habe mich trotzden darüber geärgert. Denn diese kann nur auf einem Computer installiert werden. Will ich weitere Lizenzen muss ich die kaufen. Ich finde aber, dass ich für 1200 Euros schon ausreichend Software zum Sichern von ein paar Computern bekommen sollte. Oder?
Na ja, immerhin ist das ganze Teil komplett eingerichtet, RAID 5 ist standardmäßig eingestellt und ich kann wirklich schnell Nutzer und Ordner u.s.w. administrieren. Ich habe mir eine Bookmark im Firefox gesetzt und habe so jederzeit Zugriff auf den Speicherkasten.
Echt ätzend war die Sicherung der schon auf externen Festplatten gesicherten Daten. Denn ich kann zwar bis zu vier externe USB-Festplatten an die TerraStation anschließen und die erscheinen auch im Menü bzw. im Dateimanager. Aber die 100 MB Daten von meiner Festplatte auf den Speicherserver zu kopieren hat Tage gedauert. Vielleicht habe ich da etwas falsch gemacht, aber richtig bedienerfreundlich ist das nicht. Auch die Synchronisation meiner Festplatte mit der TerraStation dauert gefühlsmäßig etwas länger als vorher und bricht hin und wieder ab. Aber aus Zeitmangel mache ich das derzeit noch manuell und werde erst Weihnachten das Sicherungsprogramm und damit automatische Backups installieren. Danach ist mir die Speicherdauer egal - mein Rechner darf ja gerne arbeiten, wenn ich nicht da bin.
Also, so richtig Zeit habe ich mir dafür noch nicht genommen. Außerdem habe ich tatsächlich das Problem, dass ich alles andere als ein Netzwerk-Nerd bin der all diesen Windows-Hardware-Kram versteht. Ich lasse mich deshalb eher durch die Menüs treiben und versuche, mich nicht allzusehr über die Fehlermeldungen und gelegentlichen Speicherabbrüche aufzuregen. Ich meine, dafür dass in großen Unternehmen gelernte Informatiker mit so etwas beschäftigt werden, geht das mit diesem Home Server eigentlich recht reibungslos.
So, was noch? Ach ja: Ein Sicherheitsproblem erwarte ich nicht. Denn auch wenn der DSL-Router ja direkten Zugriff auf das Netzwerk hat und die Speichereinheit deshalb theoretisch von außen erreichbar ist, sind meine meine Daten sicher, dal ich den Zugriff nur über einen angelegten Benutzer und Passwort erlaube. Ach ja, noch eins: Mit dem Homeserver ist auch ein Multimedia-Streaming möglich. Ich habe noch keine Ahnung, was das eigentlich ist - aber vielleicht komme ich noch drauf.
Jetzt bin ich erstmal ziemlich erleichtert, dass ich erstens nach oben hin Speicherplatz ohne Ende habe und meine Frau auch fleißig weiterfotografieren darf. Und zweitens schrecken mich auch die Berichte von Fesplattencrashs nicht mehr. Na ja, zumindest, bis mir die erste Platte gecrasht ist und ich versuche, die Daten wieder herzustellen. Ich hoffe mal, das klappt dann.

5 Responses to “Hardware für das Home-Office: Speicherserver”
By Nicolas Kübler on Dez 21, 2006
Naja Webcams (zumindest so interpretiere ich das Symbol unten links) eignen sich nur bedingt zur Fotografie.
Ich denke 1200 Euro für einen Server, der schon fast vollständig eingerichtet ist und so viel Speicherplatz hat, ist noch ein fairer Preis. Sicher geht es billiger, die Frage ist allerdings, ob es dann auch so einfach ist.
Backups und Synchronisation ist, soweit ich weiß, immer recht langsam. Schließlich kostet so ein Raid Betrieb auch eine gewisse Leistung. Aber das Gefühl der Sicherheit überwiegt normal
By eric kubitz on Dez 21, 2006
hi Nicolas, klar ist das eine Webcam. Die werde ich auch mal zusammen mit Skype vorstellen. Aber du hast schon Recht: Als Fotoapparat taugt das Ding nix
eric