New Orleans und die Politik
Ich muss das einfach mal los werden. Da werden die Alpen überschwemmt, Portugal trocknet aus und in Amerika wird eine komplette Stadt entvölkert. Wer mir jetzt noch erzählen will, dass das Zufälle sind, der spinnt. Es ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass die Erderwärmung für die immer stärkeren Hurricanes verantwortlich ist - und damit wohl auch für immer häufigere "Jahrhundert-Überschwermmungen". Woher kommt die Erderwärmung? Knapp gesagt: Vom Verbrennen fossiler Brennstoffe.
Das sind Fakten und nicht die Spinnereien einer militanten Öko-Sekte.
Ist es Ironie des Schicksals oder gar die Strafe Gottes, dass ausgerechnet Mississips Gouverneur Babour, der jetzt gegen die Flut kämpft, seinen Präsidenten Bush zur Ablehnung des Kyoto-Protokoll bewegt hat? (Siehe Süddeutsche Zeitung von 4.9.2005, Link liefere ich nach, weil der Artikel noch nicht online ist…)
Aber, und da bekomme ich Wut-Pickel, wie kann ein deutscher Politiker heute Wahlkampf machen, indem er vorschlägt, die Ökosteuer zugunsten einer Verbilligung von Benzin zu kippen? Uns fliegt die Umwelt um die Ohren - aber Staatsziel Nummer eins ist die Auto-Mobilität der Bürger? Das geht nicht!
Ich bin kein Öko-Träumer, ich habe ein Auto und auch mich quält es, heute zur Tankstelle fahren zu müssen. Und: Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob die Marktwirtschaft alle Probleme diese Welt lösen kann. Aber in diesem Falle sollten wir ihren Gesetzen folgen: Wenn die Preise steigen weil ein Gut knapp wird, sollte der Staat nur dann gegensteuern, wenn wesentliche Grundrechte, die Freiheit oder die Sicherheit des Staates bedroht sind. Wenn sich aber in den USA 58 Ölplattformen losgerissen haben und der Markt darauf mit Preissprüngen reagiert, darf das in Deutschland kein Grund für eine Steueränderung sein! Man könnte das auch so sehen: Die Ökosteuer ist ein Mittel, um das oben genannte Kyoto-Protokoll einzuhalten - und nun kommt Unterstützung von den Naturgewalten…
Ach ja, noch eines: Was ich von Ede Steuber und seiner Steuerpolitik halte, habe ich oben schon geschrieben. Ob ich deshalb nun die Grünen wähle, möchte ich aber bezweifeln. Denn, Menschenskind, was machen die denn? Während ihnen die Natur im Wochenrhythmus Argumente in ihrem Kernbereich "Umwelt" liefert, diskutieren die fröhlich weiter über Mehrwertsteuer, Kirchhofs 25-%-Traum und Joschkas Beliebtheitspunkte. Das ist schon armselig…
Das wollte ich mal loswerden, danke für die Aufmerksamkeit.
